Sonnenschutz mit Diffuslichtdurchlass

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Glaszylinderstäbe zur Sonnenlichtbündelung

Neue Verglasungstechniken für Tageslicht und Wärmeschutz sorgen für die ständige Weiterentwicklung von Sonnenschutzprodukten auf dem Markt. Die Systeme reichen vom Reflektieren der direkten Solarstrahlung mit einfachen Jalousielamellen bis zu Prismenstrukturen, die als Behang vor der Verglasung liegen oder als mikroprismatische Strukturen in den Scheibenzwischenraum eingebaut werden. Auf der Jahrestagung des Forschungsverbundes Sonnenenergie, die im September 2008 in Berlin stattfand, wurde unter anderem ein Sonnenschutzsystem vorgestellt, das vom Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (ISE) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für angewandte Energieforschung Bayern Glaszylinderstäben (ZAE) und dem Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) entwickelt wurde.

Die Funktionsweise des Systems basiert auf einer fokussierenden Wirkung von Glaszylinderstäben. Sie werden in eine Doppelverglasung eingebaut, an dessen innerer Scheibe sich auf der Außenseite eine reflektierende Schicht befindet. Darüber hinaus besitzen die Zylinder einen Drehmechanismus, der es erlaubt, die Stäbe entsprechend des Sonnenhöhenwinkels einzustellen. Während die Diffusstrahlung unbeeinflusst bleibt, bündeln die Glaszylinder die auftreffende direkte Sonneneinstrahlung und reflektieren sie am Fokus über Blenden oder Spiegel zurück. Da die dahinter liegenden Räume mit diesem System nur noch diffuses Licht erhalten, entsteht, trotz der natürlichen Belichtung, weder Blendung noch Überhitzung. Der U-Wert des Fensters ist mit einer Dreifachverglasung vergleichbar; der g-Wert liegt bei etwa 0,4.

Der Vortrag von Peter Nitz vom Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme in Freiburg ist auf den unten genannten Internetseiten des Verbundes zu finden, bzw. als Pdf-Datei herunterzuladen.

Bildnachweis (Prinzipskizzen): Haas-Arndt/Draut, Siegen