Sonnenschutz - Sonderkonstruktionen
Individuelle Gestaltungselemente zur Verschattung
Moderne Sonnenschutzeinrichtungen bieten meist mehr als nur Verschattung. Sie bestimmen die Lichtverhältnisse in einem Raum, sorgen für einen blendfreien Arbeitsplatz und ermöglich unter Umständen solare Energiegewinne in den Wintermonaten. Wenn sie großflächig vor einer Fassade angebracht wurden, bestimmen sie maßgeblich das äußere Erscheinungsbild eines Gebäudes. Je stärker das Sonnenschutzsystem in Erscheinung tritt, desto schwieriger gestaltet sich jedoch seine Auswahl. Einige gebaute Beispiele zeigen, dass gerade Sonderkonstruktionen zur Verschattung zu einer eigenwilligen Ästhetik führen können.
Das Sonnenschutzsystem vor der Fassade der Betriebskrankenkasse in Villingen-Schwenningen von den Stuttgarter Architekten Wulf & Partner besteht zum Beispiel aus vertikal angeordneten, pulverbeschichteten Aluminiumrohren (siehe Bild 1 und 2). Sie wurden im Abstand von etwa einem Meter vor den geschosshohen Fensterbändern montiert. Um eine asymmetrische Struktur zu bekommen - die an den natürlichen Wuchs von Schilfrohrpflanzen oder Bäumen erinnern soll -, sind sie schräg, gerade oder sich überschneidend auf Flachstangen fixiert worden. Die senkrecht angeordneten Rohrlamellen-Einheiten lagern auf Drehflügelprofilen und lassen sich mittels eines Elektroantriebs um 360 Grad drehen. Sie sorgen für Verschattung, Sichtschutz und einen kontrollierbaren Tageslichtdurchlass. Durch die unregelmäßige Anordnung der Rohrprofile und deren zusätzliche Drehbarkeit entsteht ein interessanter und variabler Lichteinfall im Raum. Selbst in geschlossener Situation ist noch ein Ausblick in die Umgebung möglich.
Eine weitere Sonderkonstruktion stellt das individuell angefertigte Sonnenschutzsystem des Passivhaus-Bürogebäudes in Röthis (Vorarlberg) dar (siehe Bild 3 und 4). Um eine stimmige Einbindung der Fassaden in das Ortsbild zu erhalten, wurde der ortsansässige Tischler beauftragt, eine Lärchenholzkonstruktion mit Aluminiumrahmen anzufertigen, die wie eine Stoffmarkise vor der Fassade liegt und sich anheben lässt. Die Konstruktion besteht aus drehbaren Holzlamellen und ermöglicht so in jeder Markisenposition einen variablen Lichtdurchlass. Auf diese Weise lassen sich Tageslicht und Sonneneinstrahlung differenziert dosieren und das Fassadenbild verändert sich entsprechend der jeweiligen Lichtverhältnisse.
Bildnachweis: D. Haas-Arndt, Hannover (1, 3 und 4); Wulf & Partner / Brigida Gonzales, Stuttgart (2)
Surftipps
www.baunetzwissen.de/Fassade > Verwaltungsbau in Villingen-Schwenningen
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