Selbstreinigendes Glas mit Lotuseffekt
Optimiert den Tageslichteinfall
Das schnelle Verschmutzen von Fenstern oder Glasfassaden durch Wettereinwirkungen zieht nicht nur hohe Reinigungskosten nach sich; es kann sich langfristig auch ungünstig auf den Tageslichtquotienten im Innenraum auswirken. Neben der verminderten Lichtdurchlässigkeit durch geringe g-Werte des Glases oder einer starken Versprossung der Fenster, gilt der Verschmutzungsgrad einer Glasfassade als ein bedeutender Minderungsfaktor bei der Bemessung des Tageslichteinfalls.
Um das Problem der reduzierten Lichttransmission zu verringern und gleichzeitig die Kosten für die Fassadenreinigung zu minimieren, wurde selbstreinigendes Glas entwickelt. Eine unsichtbare Spezialschicht auf der Außenseite der Glasscheibe sorgt dafür, dass auf der Oberfläche keine Verschmutzungen haften bleiben. Staub, Abgase oder Pollen werden durch UV-Strahlung zersetzt und durch Regenwasser anschließend weitgehend fortgespült. Durch die glatte, wasserabweisende Oberfläche perlt das Regenwasser in Tropfen ab und nimmt dabei die vorhandenen Schmutzpartikel mit. Dieses Phänomen wird als "Lotuseffekt" bezeichnet, da das Abperlen von Wasser und die damit verbundene Reinigung von Oberflächen beispielsweise auch bei Lotuspflanzen zu beobachten ist.
Der Vorzug des Selbstreinigungseffektes kann auch mit den raumklimatischen Vorzügen von Sonnenschutzglas verbunden werden. Dabei wird die Außenscheibe des Isolierglases mit einer Sonnenschutzfolie beschichtet, die den sogenannten Lotuseffekt aufweist und die Sonneneinstrahlung bis zu 80 % abschirmt. Die Außenscheibe kann mit Sicherheitsgläsern oder Schalldämmverbundgläsern kombiniert werden, so dass ein Mehrfachnutzen durch die Wahl des Glases erzielbar ist. Selbstreinigendes Glas mit Sonnenschutzfolie wird sowohl bei Dachverglasungen als auch bei Glasfassaden, Vordächern oder schwer zugänglichen Glasflächen eingesetzt.
Eine Weiterentwicklung des Lotuseffektes wurde mittels Nanotechnologie erreicht. Durch eine Versiegelung der Oberfläche mit Nanopolymeren werden alle Poren und Unregelmäßigkeiten geschlossen, so dass Schmutzpartikel nicht haften bleiben können. Dadurch sind auch hartnäckige Verunreinigungen mittels Regenwasser zu reinigen. Erreicht wird dieser Effekt auch durch eine Optimierung des Abperlverhaltens. Die Oberfläche bleibt dabei zwar wasserabweisend, kann jedoch so nass werden, dass der Schmutz mit Wasser abgelöst wird. Diese Art der Versiegelung hält etwa drei Jahre.
Bildnachweis: D. Haas-Arndt, Hannover
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