Rotierender Sonnenschutz

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Automatisiertes Verschattungssystem

Ein beweglicher Sonnenschutz ist in der Lage, sich variabel an den jeweiligen Sonnenstand anzupassen. Bei kleinen Systemen hat der Nutzer die Möglichkeit, den Tageslichteinfall manuell zu regeln und selbst eine Anpassung an Sonneneinstrahlungswinkel und Nutzungsanforderungen vorzunehmen. Ein automatisierter Sonnenschutz hingegen wird dem Sonnenstand nachgeführt und dadurch konstant in seiner wirksamsten Position gehalten. Meist handelt es sich dabei um außen angebrachte horizontale Großlamellensysteme, die mit einer zentralen Steuerung verbunden sind und durch die Automatisierung in ihrer Funktion optimiert werden.

Rotierende Sonnenschutzsysteme sind ebenfalls so ausgelegt, dass sie dem Stand der Sonne nachgeführt werden. Allerdings handelt es sich nicht um drehbare Horizontallamellen, sondern um großflächige Sonnensegel, die entlang der Außenfassade um das Gebäude rotieren können. Sie funktionieren jedoch nur an Baukörpern mit kreisförmiger Geometrie. Rotierende Systeme bestehen in der Regel aus Aluminium-Rohrgestellen, die zu einem größeren Blendschirm zusammengefasst und beweglich über Laufschienen an der Fassade befestigt werden. Diese Sonnenschutzelemente rotieren in einer festgelegten Umlaufgeschwindigkeit um das Gebäude, die in etwa der Bewegung der Sonne im Verlauf eines Tages entspricht, sodass konstant eine optimale Verschattung gewährleistet wird.

Ein Beispiel für ein innenliegendes rotierendes Sonnenschutzsystem stellt der 12 x 22 Meter große gewölbte Blendschirm innerhalb der Glaskuppel des heutigen Bundestagsgebäudes in Berlin dar. Das einfallende Sonnenlicht wird von einem um die Mittelachse der Kuppel rotierenden, metallischen Element abgefangen. Der Blendschirm besteht aus eingefassten horizontalen Aluminiumlamellen, die am oberen Ende über eine ringförmige Schiene mittels Rollenlagern zu einem drehbaren Element werden. Die Umlaufgeschwindigkeit wird kontinuierlich durch Kontrollpunkte überprüft und immer wieder an den Lauf der Sonne angepasst, sodass ein optimales Verschattungsergebnis erzielbar ist. Ein weiteres Beispiel für rotierende Systeme ist die EWE-Arena in Oldenburg, bei der monokristalline Photovoltaikmodule im Wechsel mit siebbedruckten Glaselementen, als Sonnenschutz automatisch um das Gebäude rotieren. Dadurch konnte auf weitere aktive, technische Kühlmaßnahmen verzichtet werden.

Bildnachweis: D. Haas-Arndt, Hannover (1 und 2); Colt, Kleve (3)

Surftipps

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