Prismenlamellen

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Sonnenschutz und Lichtumlenkung mit diffusem Lichtdurchlass

Prismensysteme werden als Sonnenschutz und zur Tageslichtumlenkung eingesetzt. Ihre Schutz- und Lenkwirkung beruht auf definierten Sperr- und Durchlassbereichen innerhalb der Prismen. Im Sperrbereich wird direktes Sonnenlicht unmittelbar nach außen zurückreflektiert, innerhalb des Durchlassbereiches gelangt ein Maximum an diffusem Tageslicht in den Innenraum. Die Sperrbereiche entstehen durch die jeweilige Struktur der Prismen: Die nach außen gerichtete Oberfläche ist glatt und die Innenseite weist die Form rechtwinkliger Dreiecke auf. Ein Sonnenstrahl, der im 90°-Winkel auf die Hypotenuse der Dreiecke auftrifft, wird vollständig reflektiert und gelangt gar nicht erst in den Innenraum. Im Durchlassbereich erfährt das Licht durch das Prisma eine optische Brechung und wird dadurch lenkbar. Insbesondere das auftreffende Zenitlicht kann an die Innenraumdecke und damit in die Raumtiefe gelenkt werden.

Prismensysteme eignen sich als Sonnenschutzeinrichtung insbesondere dann, wenn das einfallende Sonnenlicht senkrecht auf die seitlichen Prismenflanken auftreffen kann. Durch die ständige Änderung des Sonnenstandes im Tages- und Jahresverlauf sind Prismen deshalb in ihrer Sonnenschutzfunktion nur dann optimal wirksam, wenn sie der Sonne in Form von drehbaren Lamellen durch elektronisch gesteuerte Antriebssysteme einachsig nachgeführt werden. In optimaler Funktionsweise halten Prismenlamellen die sommerliche Wärmestrahlung der Sonne ab und lassen gleichzeitig ein Maximum an diffusem Tageslicht in den Innenraum. Der Tageslichteinfall wird durch die Transluzenz der Prismenlamellen auch in geschlossenem Zustand nicht nennenswert verringert, eine ungehinderte Durchsicht ist jedoch nur bei aufgestellten Lamellen möglich.

Das Lamellensystem besteht aus transluzenten Acrylplatten und wird auf der Außenseite einer Fassade befestigt. Es setzt sich aus den Prismenplatten selbst, einer beweglichen Tragkonstruktion, dem Antrieb und der Steuerung zusammen. Eine Prismenlamelle ist etwa 30 cm tief, 75 cm breit und 12 mm dick. Ihre Lichttransmission liegt in Sonnenschutzposition bei etwa 54 %, in horizontal geöffneter Stellung bei etwa 74 %. Prismenlamellen eignen sich gleichermaßen zur Regulierung der Sonneneinstrahlung vor einer Fassade als auch im Oberlicht- oder Glasdachbereich. Im Vergleich zu feststehenden Prismensystemen ist unter Umständen ein höheres Energieeinsparpotential zu erwarten, da die Lamellen im Winter geöffnet werden können und dadurch eine passive Solarbeheizung der Räume möglich wird.

Bildnachweis: D. Haas-Arndt, Hannover / A.-M. Beutler, Siegen