Lichtmanagement
Steuersysteme für Lichtkombinationen
Die tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung in Büros oder gewerblich genutzten Gebäuden ist als Energiesparmaßnahme seit Längerem bekannt. In Privathaushalten hingegen spielt diese Form der Gebäudeautomation bislang eine eher geringe Rolle. Die Nachfrage nach Lichtsteuersystemen, die einzelne Räume mittels Fernbedienung in zuvor eingespeicherte Lichtstimmungen versetzen können, nimmt jedoch auch in privaten Räumen zu. Dies erspart den Bewohnern, einmal als passend empfundene Kombinationen verschiedener Lichtquellen und Helligkeiten immer wieder erneut einzeln schalten zu müssen. Als besonders komfortabel gilt ein Mix aus indirektem und direktem Licht mit unterschiedlich stark gedimmten Leuchtmitteln.
Elektronisch gesteuerte Lichtszenarien für Wohnräume arbeiten meist mit der Schnittstelle Digital Addressable Lighting Interface (DALI), mit der auch komplexe lichttechnische Lösungen programmiert werden können. Die codierten Steuereinheiten werden beispielsweise in Verteilerdosen oder in die Leuchten selbst eingebaut. Zu bedienen sind sie per Knopfdruck über Tastschalter oder mittels Infrarot-Fernbedienungen. Auch die für eine Gebäudeautomation üblichen Bussysteme, wie z. B. der European Installation Bus (EIB), erlauben die Programmierung von Lichtszenarien. Sie haben den Vorteil, dass auch andere Funktionen im Haus einbezogen werden können. Beispielsweise lässt sich die automatische Bedienung des Sonnenschutzes bei steigenden Raumtemperaturen im Sommer mittels Bussystem steuern.
Durch eine gezielte Lichtplanung lassen sich darüber hinaus Stromkosten einsparen, wenn entsprechende energiesparende Leuchtmittel miteinander kombiniert werden. Halogenlampen mit 300 Watt, wie sie in einigen modernen Decken- oder Wandflutern üblich sind, können mehr Strom benötigen als alle anderen Kunstlichtquellen in der Wohnung zusammen und lassen sich durch verbrauchsorientierte Leuchtmittel mit vergleichbarer Lichtfarbe ersetzen. Kostenlos hingegen ist das Tageslicht, dessen optimierter Einsatz in erster Linie dazu führen sollte, dass zumindest tagsüber kein Kunstlicht notwendig wird. Durch hohe, möglichst sturzfreie Fenster oder durch eine natürliche Belichtung von zwei Raumseiten sollte es tief in die Räume gelangen können. Auch mittels Oberlichtern lässt sich mit Tageslicht eine optimale Lichtverteilung im Raum erzielen, ohne dass Kunstlicht erforderlich ist. Durch den Einsatz von Lichtkaminen wiederum kann natürliches Licht auch in Räume transportiert werden, die nicht an einer Außenwand liegen.
Bildnachweis: D. Haas-Arndt, Hannover (1 und 2); Manfred und Naciye Lux, Augsburg (3)