Glasbausteine

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Transparentes Mauerwerk

Glasbausteine sind quaderförmige, lichtdurchlässige Hohlkörper aus Pressglas, mit glatten, gewellten oder leicht strukturierten Oberflächen. Sie bieten die Möglichkeit, semitransparente Wände zwischen zwei Bereichen herzustellen, die den Tageslichtdurchlass nur geringfügig reduzieren. Insbesondere in Gebäuden aus den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts sind zahlreiche Glasbausteinwände zu finden.

Glasbausteinwände sind in der Regel zwischen 8 und 10 cm stark. Üblicherweise werden sie - ähnlich wie Mauerwerk - durch eine Mörtelschicht miteinander verbunden. Aus Gründen der Stabilität ist es sinnvoll, bei dieser Art der Verbindung in jeder zweiten waagerechten und senkrechten Fuge verzinkte Stahl- oder Edelstahlstäbe einzuarbeiten. Für Echtglasbausteine können auch Kunststoffprofile und Spezialkleber eingesetzt werden, die für mehr Halt sorgen. Dadurch erübrigen sich zusätzliche Maßnahmen zur Stabilität. Acrylglasbausteine lassen sich auch mit einfachen Stecksystemen nach dem Nut-und-Feder-Prinzip miteinander verbinden. Interessante Grundrissformen sind jedoch einfacher mit gemauerten Echtglassteinen oder Kunststoffprofilen herstellbar. Wände aus Glasbausteinen sind nicht tragend. Wenn sie Lasten aufnehmen sollen, müssen sie mit einem Sturz überdeckt werden.

Für Wirkung und Tageslichteinfall sind bei einer Glasbausteinwand die Beschaffenheit der Steine und ihre Farbe verantwortlich. So genannte Vollsichtsteine gewähren nahezu ungehinderten Durchblick, während satiniertes Glas nur Licht hindurch lässt, aber vollständigen Sichtschutz ermöglicht. Sind die Oberflächen gewellt, entstehen beim Durchsehen leichte optische Verzerrungen. Bei einer kleinteiligen Profilierung der Glasoberfläche ist trotz des Tageslichteinfalls eine Durchsicht nicht mehr möglich. Besondere Raumwirkungen lassen sich durch die Farbgebung von Glasbausteinen bewirken. Die von den Herstellern angebotene Farbpalette reicht mittlerweile von Türkis und knalligem Rot bis Schwarz. Je kräftiger und dunkler die Farbe der Steine ist, desto weniger Licht fällt allerdings auch hindurch. Die Wechselwirkung zwischen Farbe und Licht kann ebenso durch gezielt eingesetztes Kunstlicht - z. B. durch eine Hinterleuchtung mittels lichtemittierenden Dioden (LED) - erzeugt werden.

Glasbausteinwände können sowohl als lichtdurchlässige Innen- oder Außenwände, als Raumteiler oder als Licht- und Fensterbänder einbaut werden. Da ihr U-Wert etwa dem von einfachem Isolierglas entspricht, sollten sie aus energetischen Gründen eher in Innenräumen oder z. B. in unbeheizten Treppenhäusern Verwendung finden. Aufgrund ihrer pflegeleichten und feuchteunempfindlichen Oberflächen lassen sie sich auch als Gestaltungselement in Bädern oder Duschräumen einsetzen.

Bildnachweis: D. Haas-Arndt, Hannover