Wandelbarer Sommerpavillon

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Wandelbare Flächenstruktur, die sich selbstständig dem Wetter anpasst

Jedes Jahr finden in den Sommermonaten auf dem Gelände der Weseler Werft, einer ehemaligen Industriebrache in Frankfurt am Main, öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel statt. In direkter Nähe zu diesem Gelände am Ufer des Mains gelegen, soll 2012 der FAZ-Pavillon errichtet werden. Hervorgegangen aus einer Initiative der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurden Ideen von ortsansässigen Architekturbüros zusammengetragen, um eine architektonische Bereicherung für die Frankfurter Innenstadt zu finden.

Aus der Zusammenarbeit des Architekturbüros Scheffler mit der Hochschule Stuttgart (Prof. Achim Menges und Steffen Reichert) entstand das Projekt eines Sommerpavillons. Dem Öffnungsprinzip von Koniferenzapfen entlehnt, wurde eine biometrische, wandelbare Flächenstruktur entwickelt, die sich – abhängig von den lokalen Witterungsbedingungen – selbstständig Öffnen und Schließen kann. Dabei wird gänzlich auf zusätzliche elektronische oder mechanische Hilfssysteme verzichtet, eine externe Energiezufuhr ist ebenfalls nicht notwendig. Die Öffnungs- bzw. Schließbewegung der Haut wird durch die Wechselwirkung der umgebenden Luftfeuchte und dem Material eingestellt. Durch die Adsorption bzw. Desorption des auf molekularer Ebene chemisch gebundenen Wassers wird das Schwinden oder Schwellen des Materials ausgelöst. Diese feuchtigkeitsbedingten Formveränderungen werden von einem speziellen Furnierverbundwerkstoff transformiert. Das hygroskopisch aktivierte Furnierverbundelement vereint die Funktion des Senders, des Stellmotors und des eigentlichen Wetterschutzelements. Nur so kann die Hülle auf sich ändernde Witterungsbedingungen reagieren.

An sonnigen Tagen, bei entsprechend geringer Luftfeuchte ist die Hülle geöffnet. Wenn sich jedoch die Luftfeuchte beispielsweise durch aufkommenden Regen erhöht, schließt sich die Hülle des Pavillons vollkommen selbstständig und formt eine wetterfeste Hülle. So entsteht ein öffentlicher Außenraum, der auch bei Wind und Wetter genutzt werden kann. Die technische Entwicklung ist inzwischen weiter vorangeschritten und durch eine Reihe von Langzeittests verifiziert worden, sodass mit dem Bau bald begonnen werden kann.

Architekten: Scheffler + Partner Architekten BDA, Frankfurt/Main