Feststehender Sonnenschutz außen

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 |

Beim feststehenden Sonnenschutz wird zwischen Systemen unterschieden, die sich aus der Kubatur bzw. dem Volumen des Baukörpers ergeben und Systemen mit auf Fassaden applizierten Elementen, die jedoch im Gegensatz zum beweglichen Sonnenschutz starr montiert sind und dementsprechend keine Beschlagsmotorik oder andere Steuerungssysteme haben.

Traditionelle Verschattungen mittels Auskragungen, Brise-Soleils, Gesimsen, Balkonen und Dachüberständen betreffen die Kubatur eines Gebäudes und sind deshalb schon früh im Entwurfsprozess als stark gestaltprägende Merkmale zu berücksichtigen. Besonders in der arabischen Architektur sorgen ornamenthaft durchbrochene Mauern für eine Verschattung, die durch kühlende Durchlüftung verstärkt wird. Eine zeitgenössische Entsprechung findet sich z.B. bei Erwin Hauers skulptural durchbrochenen Wänden, den architectural screens, oder den Gabionen, die Herzog & de Meuron für das Dominus Weingut in Napa Valley/Kalifornien entwarfen. Sofern Wartungsarbeiten anfallen, betreffen diese zumindest in unserem Klima weniger den Sonnenschutz als defekte Entwässerungen.

Die Applikationen auf die Fassade können unterschiedlichste Materialien, Formen und Wirkungsweisen aufweisen. Durch ihr permanentes Vorhandensein können auch sie ein charakteristisches Fassadenbild prägen. Zu unterscheiden ist zwischen linearen, horizontal montierte Auskragungen z.B. mittels Gitterrosten, starren horizontalen oder vertikalen Lamellen, und flächigen Elementen, wie z.B. Screens, Segel, Gewebevorhänge, transluzente Paneele oder hölzerne Lattenverkleidungen. Auch der natürliche Sonnenschutz mit Pflanzenblättern fällt unter die Definition eines „feststehenden“ Sonnenschutzes.

Solange die Elemente witterungsbeständig und statisch einwandfrei befestigt sind, insbesondere für die auftretenden Windlasten wie Sog, haben sie den Vorteil praktisch wartungsfrei zu sein.

Ein feststehender Sonnenschutzes kann jedoch negative Auswirkungen auf den Tageslichteinfall haben. Durch die konstante Verschattung kann die Gebäudehülle, nicht auf Veränderungen des Klimas - Tag zu Nacht, Sommer zu Winter - reagieren. Dies führt zum Verlust von Tageslicht.

Bildnachweis: Schüco, Bielefeld (1); Haas-Arndt, Hannover (2); Neomat Baumaterialien, Beromünster/CH (3), Hans-Georg Esch, Hennef/Sieg (4)

Surftipps

www.baunetzwissen.de/Tageslicht > Hotel in Südtirol/I
www.baunetzwissen.de/Mauerwerk > Weingut in Fläsch/CH