Aufbau und Einsatz von Markisen
Eine Markise ist eine Vorrichtung, mit der eine Öffnung oder eine Fläche durch einen aufrollbaren, faltbaren oder feststehenden Behang gegen Sonneneinstrahlung geschützt werden kann. Aufgrund folgender Merkmale werden verschiedene Markisenarten unterschieden:
- Ausbildung der Konstruktionsteile (Tragerohr, Tuchwelle, Gelenkarme)
- Ausbildung des Markisenkastens
- Ausbildung des vorderen Abschlusses
Gängige Markisenarten sind z.B.:
- Fallarmmarkisen
- Fassadenmarkisen
- Hülsenmarkisen
- Kassettenmarkisen
- Korbmarkisen
Der Gelenkarm ist das wichtigste Bauteil. Ihn gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei einige Merkmale bei allen Ausführungen gleich sind: Der Gelenkarm wird immer parallel zur Ausfallebene angeordnet sind. Er hat mindestens drei Gelenke (hinteres, mittleres und vorderes Armgelenk) und gewährleistet durch die mit Federn oder vereinzelt mit Gasdruckstoßdämpfern ausgestattete Konstruktion, dass das Markisentuch ausgefahren und gestrafft werden kann. Bei einer Markisenbreite von 650 cm sind zwei Gelenkarme üblich. Zur Kraftumlenkung im Gelenkarm stehen drei Techniken zur Auswahl: die Segment-, die Seil- und die Kettenumlenkung. Die Segmentumlenkung aus stabilem stranggepresstem Aluminium ist beweglich in Teflonbuchsen gelagert. Ein Verschleiß durch Biegung wird dadurch weitgehend vermieden, was diese Umlenkungsart besonders langlebig macht. Weitere Umlenkungsarten sind eine Seilumlenkung mit einem stabilen Stahlseil und eine Kettenumlekung mit einer robusten Gliederkette.
Für die Gelenkarme wird am häufigsten Aluminium entweder in eloxierter oder pulverbeschichteter Qualität verwendet. Bei den beweglichen Gelenkteilen haben sich aufgrund der Festigkeit geschmiedete Bauteile durchgesetzt. Verschiedene Hersteller setzen auch Stahl ein, dann aber nur in pulverbeschichteter Ausführung. Vereinzelt kommen Edelstahl in polierter Ausführung oder Gussteile zur Anwendung.
Der Markisenstoff besteht in der Regel aus 100 % Markenacryl, der spinndüsengefärbt, lichtecht, wetterecht und reißfest ist. Die Tücher sind imprägniert und dadurch wasserabweisend, schmutzabweisend, luftdurchlässig, schnelltrocknend und verrottungssicher.
- Das Stoffgewicht liegt bei ca. 300 g/m²,
- die Wetterechtheitsstufe liegt in der Regel im Bereich von ca. 7-8, gemäß der ISO 105-B04,
- die Lichtechtheit liegt in der Regel im Bereich von ca. 7-8, gemäß der ISO 105-B02,
- die Wasserdichte sollte ca. 300 mm Wassersäule betragen.
Als Antrieb kommen Getriebe mit abnehmbarer Kurbel und Elektromotoren zur Anwendung. Für einen optimalen Bedienkomfort ist optional ein in der Markise integrierter Funkmotor möglich. Die Steuerung erfolgt über einen Funk-Handsender. Elektrische Anlagen können auch mit automatischen Steuerungen (Wind-/Sonnenautomatik) ausgerüstet werden. Zunehmend arbeiten Hersteller an der Integration von Steuerungen in die Produkte wie z.B. die Windsensorik. Vorteile sind, dass die auftretende Windlast ohne externe Windfühler direkt in der Markise gemessen wird und die Anlage komfortabel über einen Funk-Handsender bedient werden kann.
Bildnachweis: Markilux, Emsdetten
