Qualitätsmängel bei Photovoltaik-Anlagen

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Defizite bei der Installation und Fehler der Komponentenhersteller

In dem Artikel Qualitätsmängel bei Photovoltaik-Anlagen der Fachzeitschrift Ep Photovoltaik (Ausgabe 3/4-2011) beschreibt der Autor, der Sachverständige Christian Bendel, allerhand Defizite, die bei der Errichtung und Installation von PV-Anlagen auftreten können. Des Weiteren werden abweichend von diesen Installationsmängeln auch Fehler der Komponentenhersteller aufgezeigt.

Photovoltaik-Anlagen sind elektrotechnische Einrichtungen, für deren Planung und Errichtung die DIN VDE 0100: Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V und weitere einschlägige Normen gelten. Oft installieren fachfremde Unternehmen, wie z.B. Dachdeckerfirmen, PV-Anlagen. Prinzipiell gilt dies als zulässig, wenn eine fachspezifische Abnahme gewährleistet wird. Dazu gehören eine Anlagendokumentation und ein Übernahme- bzw. Übergabeprotokoll inklusive messtechnischer Überprüfung. Werden die Hersteller-Hinweise zur Installation nicht eingehalten, kann meist keine Garantie in Anspruch genommen werden.

Bei nicht sachgemäßer Errichtung von PV-Anlagen kann es zu folgenden Fehlern kommen:

  • Installation von Stringleitungsbündel und Steckverbinder ohne Wetterschutz
  • Steckverbinder und Stringleitungen mit einer Leerlaufspannung von bis 520 V werden in der Regenrinne verlegt, was zu Wasserstaus führen kann
  • Installation der Module und Stringkabel auf einem Blechdach: Hier muss eine Befestigung gegen Windböen und tauende Schneemassen her, da ansonsten die einzelnen Komponenten vom Dach rutschen können
Zu den sogenannten versteckten Mängel, die unabhängig von der Installation auftreten können, zählen u.a.:
  • Hot Spots – damit sind heiße Stellen gemeint, die durch einen schlechten Kontaktwiderstand der gelöteten Leiterbahnen auftreten und zu Bränden führen können
  • Isolationsfehler in den Modulen (Einzelmodul funktioniert nicht mehr im String-Verbund mit PV-Stromrichter)
  • Durch Ableitströme verursachte Korrosion: Dies kann im fortgeschrittenen Zustand zu hohen Temperaturen an den Korrosionsherden bis hin zu Lichtbögen führen
  • Kontaktunterbrechung im Zellenstring und defekte Kontaktstellen an den Modulanschlussdosen
  • Sogenannte Schneckenspuren und weiße Flecken (punktuelle Delaminierung)
In der Regel sind versteckte Mängel, also ein Fehlverhalten des Modulherstellers oder Installateurs, nur mit aufwändigen, kostenintensiven Beweisprüfungen möglich. Circa 30 – 25% der Anlagen in Deutschland weisen kleine bis mittlere Mängel auf. Dies ist unter anderen auf die Verlegung der Produktionsstätten in Billiglohnländern zurückzuführen, da hier die Durchsetzung von Qualitätsmanagement meist sehr schwierig ist.

Da der Trend zur Errichtung von PV-Anlagen im Zeitalter der alternativen Energiequellen immer weiter wächst, sollte ein Konsolidierungsprogramm ins Leben gerufen werden, welches zum einen die Einführung von verbindlichen Funktionsanweisen/Dokumentationen gewährleistet und zum anderen fachspezifische Aus- und Weiterbildungen mit entsprechendem Zulassungsnachweis festlegt. So können letztendlich nicht nur Menschenleben gerettet werden, sondern auch verheerende Sachschäden vermieden werden.