Angriffhemmende Verglasungen

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 |

Widerstand gegen Wurfgeschosse, Hammerschläge, Beschuss und Sprengstoff

Sollen Fenster einbruchhemmend wirken, kommt der Verglasung als Bauteil mit der größten anteiligen Fläche eine besondere Bedeutung zu. Angriffhemmende Verglasungen sind in der Regel transparent oder transluzent und setzen einer definierten Gewalteinwirkung einen bestimmten Widerstand entgegen. Sie bestehen aus einer oder mehreren Glasscheiben mit oder ohne Kunststoffscheibe(n) sowie Kunststofffolien. Die DIN EN 356 Glas im Bauwesen Sicherheitssonderverglasung Prüfverfahren und Klasseneinteilung des Widerstandes gegen manuellen Angriff befasst sich mit dem Widerstand gegen manuelle Angriffe und unterscheidet

  • Durchwurfhemmung
    und
  • Durchbruchhemmung.
Durchwurfhemmende Verglasungen sind geeignet für Gebäude mit geringen bis mittleren Anforderungen an einbruchhemmende Fenster und Türen. Geprüft wird der Widerstand gegen Wurfgeschosse (wie Pflastersteine) anhand eines Kugelfallversuchs aus verschiedenen Höhen. Dabei werden die Produkte in fünf verschiedene Widerstandsklassen (P1A bis P5A) eingeteilt.
 
Durchbruchhemmende Verglasungen sind geeignet für Gebäude mit hohen Sicherheitsanforderungen wie zum Beispiel Banken. Geprüft wird hier der Widerstand gegen Hammer- und Axtschläge. Entscheidend ist die Anzahl der Schläge bis zum Erzielen einer Öffnung von 40 x 40 cm im Glas. So werden die Produkte in drei verschiedene Widerstandsklassen eingeteilt (P6B bis P8B).

Mit dem Widerstand von Verglasungen gegen Beschuss befasst sich die DIN EN 1063 Glas im Bauwesen Sicherheitssonderverglasung Prüfverfahren und Klasseneinteilung für den Widerstand gegen Beschuss mit dem Widerstand von Verglasungen gegen Sprengwirkung die DIN EN 13541 Glas im Bauwesen Sicherheitssonderverglasung Prüfverfahren und Klasseneinteilung des Widerstandes gegen Sprengwirkung:

  • Durchschusshemmung
  • Sprengwirkungshemmung
Durchschusshemmende Verglasungen bieten einen definierten Widerstand gegen das Durchdringen von Geschossen bestimmter Munitionsarten aus bestimmten Waffen. Die Produkte werden in neun verschiedene Widerstandsklassen gegen Durchschuss (BR1 bis BR7 und SG1 bis SG2) eingeteilt.

Sprengwirkungshemmende Verglasungen bieten dem Druck und Impuls einer bestimmten Stoßwelle Widerstand. Eingeteilt werden die Produkte in drei verschiedene Widerstandsklassen (D1, D2 und D3).

Angriffhemmende Gläser erhöhen die Gebäudesicherheit und können sich auch bei einer Gebäudeversicherung auszahlen. Die Höhe der Versicherungsbeiträge der Sachversicherer ist abhängig von der Qualität der mechanischen Sicherungseinrichtungen - also auch der Verglasungen. Der VdS Schadenverhütung prüft einbruchhemmende Verglasungen nach seiner Richtlinie 2163 Richtlinie für mechanische Sicherungstechnik – Einbruchhemmende Verglasungen – Anforderungen und Prüfmethoden mit teilweise noch anspruchsvolleren Prüfungen als denjenigen, die in der DIN EN 356 festgelegt sind.