Sind unsere Alten- und Pflegeheime sicher, wenn es brennt?

Broschüre eines Sachverständigen für den vorbeugenden
Brandschutz

Bei einer Brandkatastrophe in einem Altersheim im österreichischen Vorarlberg im Jahr 2008 kamen zwölf Menschen ums Leben, obwohl die Maßnahmen zum vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz eingehalten worden waren. Rund 50 Mal im Jahr brennt es auch in deutschen Einrichtungen der Altenpflege - ob diese ausreichend gegen Brandkatastrophen geschützt sind, damit befasst sich der Architekt und Geschäftsführer des Unternehmens Umweltmanagement + Technik Thomas Hartmann in einer Broschüre.

Zunächst skizziert er die bauliche Entwicklung von Altenpflegeheimen in den letzten Jahrzehnten, um aufzuzeigen, in welchen Bereichen sich deren Gefährdungspotenzial erhöht hat. Vor allem aber der besondere Pflegebedarf der meisten Bewohner stelle ein Risiko dar, denn diese könnten sich im Notfall kaum selbstständig retten. Ausreichendes Personal ist also auch aus diesem Grunde wesentlich für eine solche Einrichtung.

Bei älteren Einrichtungen sei zudem nicht unbedingt davon auszugehen, dass sie auch aktuellen Vorschriften entsprächen. Beispielhaft werden hier Gruppenwohnbereiche genannt, für die bereits 2004 ein Entwurf zu Brandschutzanforderungen durch eine Arbeitsgemeinschaft der Bauministerkonferenz verabschiedet wurde. Aufgeführt werden dann wesentliche Inhalte eines Brandschutzkonzeptes. Viele Mängel ergäben sich aber erst beim Betrieb eines Gebäudes aus Bequemlichkeit oder mangelnder Sensibilität der Nutzer (insbesondere des Personals), aber auch durch Umbaumaßnahmen.

Wichtig sei in jedem Fall eine regelmäßige, durch den Gesetzgeber meist nur alle fünf Jahre durchgeführte Brandverhütungsschau, bei der Mängel festgestellt werden können. Elementar nennt Hartmann auch das gut informierte Personal bis hin zur Benennung von „Evakuierungshelfern"; verantwortlich ist in jedem Falle der Betreiber. Er sollte sich um die regelmäßige Überprüfung des Brandschutzkonzeptes eines Hauses kümmern und im Zweifel einen Experten beauftragen, der ein dem jeweiligen Pflegeheim angepasstes Schutzkonzept entwickelt.

Die Broschüre steht auf der unter Surftipps genannten Seite als kostenloser Download zur Verfügung. Sie bietet einen Überblick über mögliche Schwachpunkte und kann als Orientierungshilfe für Planer und Betreiber von Alten- und Pflegeheimen dienen.

Surftipps

www.umt-ulm.de