Drahtlose Kommunikationssysteme und ihre Sicherheitsaspekte

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Broschüre des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik

Die Funktionsweise von drahtlosen Kommunikationssystemen, mögliche Gefährdungen der Informationssicherheit sowie geeignete Schutzmaßnahmen werden in einer Broschüre des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik BSI aus Bonn erläutert. Das Dokument reflektiert den Stand der Technik bis September 2009 und wurde von Mitarbeitern des Bundesamtes sowie der Comconsult Beratung und Planung aus Aachen erstellt.

Immer mehr Systeme zur drahtlosen Kommunikation finden in verschiedenen Bereichen Verbreitung und machen Nutzer von IT-Technik durch Funkanbindung ans Telefonnetz, lokale Netze oder ins Internet ohne Verkabelung wesentlich mobiler. Die wichtigsten technischen Systeme dafür sind derzeit:

  • WLANs (Wireless Local Area Networks) nach den Standards der Serie IEEE 802.11 (Norm des Institute of Electrical and Electronics Engineers) als Ergänzung der kabelbasierten lokalen Netze (Local Area Networks, LANs)
  • Bluetooth zur Übertragung von Sprache und Daten in der unmittelbaren persönlichen Umgebung
  • Sprach- und Datenkommunikationssysteme nach DECT-Standard (Digital Enhanced Cordless Telecommunications)
  • WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) zur drahtlosen Anbindung von Feststationen und für mobile Endgeräte
  • Richtfunk-Techniken zur drahtlosen Überbrückung größerer Entfernungen zwischen Gebäuden
  • ZigBee nach IEEE 802.15.4 für Sensor- und Steuernetzwerke
  • UWB (Ultra Wideband) zur Anbindung von Peripheriegeräten mit hohen Datenraten
  • NFC (Near Field Communication) zur drahtlosen Kopplung von Geräten in kurzen Entfernungen
  • Künftige Entwicklungen zeichnen sich ab, die beispielsweise einem Endgerät einen systemübergreifenden Wechsel von Kommunikationsmedien ohne Abbruch der Ende-zu-Ende-Kommunikation ermöglichen (IEEE 802.21 – Media Independent Handover, MIH).
Zu den älteren drahtlosen Techniken, die weiterhin zu beachten sind, gehören insbesondere:

  • Infrarot-Module nach IrDA zur Kommunikation mit Peripheriegeräten
  • Drahtlose Tastaturen, Mäuse und andere Eingabegeräte
Mit dem Gewinn an Komfort und Mobilität geht ein zusätzliches Gefährdungspotenzial für die Sicherheit der Informationen einher, bedingt durch die spezielle drahtlose Kommunikationstechnik, Schwächen der zugrunde liegenden Protokolle oder die falsche Konfiguration und Benutzung der Systemkomponenten.

Bei der drahtlosen Kommunikation werden Informationen mittels elektromagnetischer Wellen wie Funk oder Infrarot-Licht übertragen, ein physikalischer Schutz des Mediums wie bei einer Leitung – sei es ein Kabel, Draht oder Lichtwellenleiter – fehlt. Dadurch entstehen die für praktisch alle drahtlosen Systeme typischen Probleme: Interferenzen (Überlagerungen der Wellen) und stark schwankende Kanalbedingungen können unter Umständen zum Verlust der Kommunikationsfähigkeit führen. Darüber hinaus können die ausgesendeten elektromagnetischen Wellen aber auch von Dritten empfangen, aufgezeichnet, ausgewertet und ggf. manipuliert werden - und zwar bei leistungsfähiger Empfangstechnik weit über die normale nützliche Reichweite der funkbasierten Kommunikationssysteme hinaus. Daher sind sichere Verschlüsselungsverfahren erforderlich, wenn übertragene Informationen vertraulich bleiben und nicht autorisierten Dritten der Zutritt verwehrt bleiben soll.

In der Broschüre werden die wichtigsten drahtlosen Kommunikationssysteme in unabhängigen Kapiteln dargestellt, die möglichen Gefährdungen der Informationssicherheit bei ihrer Nutzung beschrieben und geeignete Schutzmaßnahmen aufgeführt. Sie richtet sich an Administratoren, Sicherheitsbeauftragte und Endbenutzer drahtloser Kommunikationssysteme und kann von der Seite des BSI (siehe Surftipps) als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Surftipps

www.bsi.bund.de