Barrierefreies Bauen

Band 1: Kommentar zu DIN 18040-1

Nicht nur die neuen Inhalte der Norm DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen, Planungsgrundlagen Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude, sondern deren zugrunde liegenden Gedanken will dieser aus drei Teilen bestehende Kommentar des Deutschen Instituts für Normung darstellen und reflektieren.

Im ersten Teil (Teil A) werden die Ausgangssituation sowie die rechtlichen Grundlagen behandelt, wie das Grundgesetz, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen oder das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen. Das vierte Kapitel des ersten Teils behandelt den Begriff Barrierefreiheit und dessen aktuelles, umfassendes Verständnis. Barrierefreiheit bezeichnet demnach den umfassenden Zugang und die uneingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten der gestalteten Lebensbereiche und ist eine Grundvoraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Personen am gesellschaftlichen Leben. Nicht nur Gebäude und Wege, auch Automaten, Mobilfunktelefone oder Webseiten lassen sich unter diesem Aspekt betrachten. Erstrebenswert sind nicht Sonderlösungen, sondern solche, die für möglichst viele Menschen im Sinne des Universal Designs (Design für alle) komfortabel nutzbar sind.

Der zweite Teil (Teil B) setzt sich ausführlich kommentierend mit der Norm auseinander – zunächst geht es dabei um die Art der Behinderungen, also die Nutzergruppen, welche die Norm erfassen soll. Behandelt werden dann beispielsweise Automatische Türsysteme und ihre Sicherheit, Türschließmittel mit kontrolliertem Schließablauf, aber auch Bewegungsabläufe und damit verbunden die spezielle ergonomische Ausbildung von Türgriffen und -drückern. Es geht um Verkehrsflächen, Eingangsbereiche, Flure und verschiedene Arten von Türen (Schiebe-, Karussell- und Pendeltüren), auch solche zum Brand- und Rauchschutz. Erläutert wird beispielsweise, dass bei Fluchttüren der Einbau von Paniktürbeschlägen (Panikstangen) zwingend erforderlich ist, damit sich die Türen in Stresssituationen intuitiv in Fluchtrichtung öffnen lassen. Auch Erschließungswege wie Treppen und Handläufe sowie Fahrsteige und Aufzüge werden ausführlich behandelt. Die visuelle Vermittlung von Informationen (Leuchtdichtekontraste, Größe, Form, Anordnung...), die auditive und die taktile Wahrnehmung sind ebenfalls Thema des zweiten Teils. So sollten Bedienelemente wie Tast- oder Wippschalter grundsätzlich nach dem Zwei-Sinne-Prinzip gestaltet, also visuell und taktil oder akustisch wahrnehmbar sein. Thematisiert werden auch Kommunikationsanlagen wie Türöffner-, Notruf- oder Gegensprechanlagen, die für eingeschränkt mobile Menschen oftmals unverzichtbar sind. Im fünften Kapitel des zweiten Teils schließlich werden verschiedene Räume (insbesondere Sanitärräume) und deren barrierefreie Ausstattung anhand von Fotos, Grafiken, Grundrissen und beispielhaften Produkten aufgeführt. Der dritte Teil (Teil C) beinhaltet den Originaltext der DIN 18040-1: 2010-10.

Der Kommentar der Autoren Gerhard Loeschcke, Daniela Pourat und Lothar Marx informiert umfassend und verständlich, ist anschaulich bebildert und hilft bei der gründlichen Vorbereitung und Planung barrierefreier öffentlicher Gebäude. Ebenso dient es als Nachschlagewerk. Die 1. Auflage mit 308 Seiten ist im Beuth Verlag Berlin erschienen und kann auf der unten genannten Webseite (siehe Surftipps) für 98 EUR bzw. 117,60 EUR in Kombination mit einem E-Book bestellt werden.

Surftipps

www.beuth.de