Europäische Schiefernorm - DIN EN 12326-1

Die europäische Schiefernorm DIN EN 12326-1 Schiefer und andere Natursteinprodukte für überlappende Dachdeckungen und Außenwandbekleidungen - Teil 1 ist im Oktober 2004 als rechtsverbindliche Fassung erschienen. Sie gilt als harmonisierte Schiefernorm und ist in das Produktdatenblatt der Schiefer-Fachregeln des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks übernommen worden.

Die Nenndicke des hierzulande eingesetzten Dach- und Wandschiefers beträgt 5 mm. Bei der Betrachtung der Schieferqualitäten werden drei Codes verwendet:

  • A1, A2 und A3 für die Frostbeständigkeit und Wasseraufnahme eines Schiefers

  • T1, T2 und T3 für eine eventuell vorhandene Oxidationsanfälligkeit z.B. durch eingebundene metallische Minerale

  • S1, S2 und S3 für die Widerstandsfähigkeit gegen Schwefeldioxid z.B. durch den Kalkgehalt des Schiefers

Die jeweiligen Zahlenangaben entsprechen dem Maß für die Güte des Werkstoffs, wobei eine niedrige Zahl die Höherwertigkeit des Schiefers angibt. Normalerweise haben geeignete Schiefer die Codestufe 1. Höhere Stufen sind zum Teil nur mit Auflagen verwendbar. Zurzeit wird z.B. vom deutschen Dachdeckerhandwerk geprüft, ob Schiefer mit der Einstufung T3 oder S3 überhaupt als Dachschiefer hierzulande einsetzbar ist. In Anbetracht der Säurebelastung ist die Entscheidung für Schiefer mit der Code-Bezeichnung S1 sinnvoll.

Bei Schiefern mit geringerer Biege- und Säurefestigkeit, ab S2, spricht die DIN EN 12326-1 von einer Erhöhung der Nenndicke auf mindestens 5,2 mm oder gar 5,6 mm. Bei Schiefern der Klasse S3 bestehen noch höhere Anforderungen. Da die Europäische Norm nur Mindestqualitäten und -anforderungen festschreibt, sollte die Schieferauswahl mit großer Sorgfalt getroffen werden.

Im September 2011 ist der zweiten Teil der Schiefer-Norm erschienen: DIN EN 12326-2 Schiefer und Naturstein für Dachdeckungen für überlappende Verlegung und Außenwandbekleidungen - Teil 2: Prüfverfahren für Schiefer und carbonathaltige Schiefer. Diese Norm sieht Änderungen vor, die überwiegend die Prüfverfahren betreffen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Herstellern sowie beim Schiefer-Fachverband in Deutschland.