Altdeutsche Schieferdeckung
Materialbedarf, Befestigung, Mindesthöhe- und Seitenüberdeckung
Die Altdeutsche Schieferdeckung gilt als die anspruchsvollste Art der Schieferdeckung. Die Schiefer werden nach Gattungen sortiert und in ihrer Sichthöhe zum First hin immer kleiner. Ein Vorgehen, das die Dachfläche optisch höher und damit schlanker erscheinen lässt. Es ist in der fertig gedeckten Dachfläche auf eine stufenlose Verringerung der Gebindehöhe in Abhängigkeit von der Sparrenlänge zu achten. Die Decksteinmodelle für eine Altdeutsche Deckung werden in drei verschiedenen Hieben zugerichtet: normaler, scharfer und stumpfer Hieb. Die Namen beziehen sich auf die unterschiedlichen Winkel innerhalb der Grundgeometrien der einzelnen Schieferdecksteine.
Die Richtwerte des Materialbedarfs an Decksteinen für Dacheindeckungen in kg/qm belaufen sich bei der Altdeutschen Deckung auf ca.
- 31 kg vom normalen Hieb
- 37 kg vom scharfen Hieb
- 31 kg vom stumpfen Hieb
- 11 kg Ortgangsteine
- 37 kg Kehlsteine
- 7 kg Fußsteine
Bei der Befestigung an Fassaden sind die Decksteine mit einer Steinhöhe von >20 cm mindestens mit 3 Schiefernägeln/-stiften innerhalb der Überdeckung zu befestigen, bei einer geringeren Steinhöhe reichen 2 Schiefernägeln bzw. Schieferstifte.
Die Mindesthöhen- und Seitenüberdeckung auf dem Dach beträgt bei der Altdeutschen Deckung im normalem und stumpfem Hieb 29 % der Steinhöhe, jedoch eine Mindestüberdeckung von 50 mm. Im Einzelfall ist je nach Dachneigung, Entfernung zwischen First und Traufe und Decksteinsortierung zu prüfen, ob Decksteine in normalem oder scharfem Hieb einzudecken sind.
Diese Art der Eindeckung stellt die höchsten Anforderungen an den ausführenden Handwerker und erfordert ein großes Maß an Erfahrung und Fachwissen. Die Kosten befinden sich sowohl für Dach- als auch für Fassadenarbeiten im Preisvergleich mit den anderen Deckarten an oberster Stelle. Als Richtwert kann für Dacharbeiten ein Betrag zwischen 80-110 Euro pro Quadratmeter (Material + Lohn) angenommen werden, der jedoch in Abhängigkeit von der Anzahl der Gauben, der Dachneigung, der Sparrenlänge, der Kamine und anderen Faktoren zu sehen ist.
