Modellhaus in Lystrup/DK

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Wohnen und Arbeiten mit angenehmem Raumklima, viel Tageslicht und Energieeffizienz zu verbinden, war das Ziel eines europaweiten Bauprojektes der Firma Velux. Insgesamt wurden für das Projekt Model Home 2020 sechs Gebäude geplant - zwei davon in Dänemark und jeweils eines in Österreich, England, Frankreich und Deutschland.

Das erste fertiggestellte Gebäude befindet sich im dänischen Århus, Aart arkitekter entwarfen das 190 m² große Home for Life. Ihr integriertes Konzept beruht vor allem auf der optimalen Ausnutzung von Tageslicht. Die Fensterflächen entsprechen 40% der Geschossfläche, sodass ein hoher Tageslichtanteil den Strombedarf und die notwendige künstliche Beleuchtung reduziert; zum Einsatz kommt außerdem ein tageslichtabhängiges Beleuchtungsmanagement. Durch diese Maßnahmen reduziert sich der Gesamtenergieverbrauch und die verbleibende Restmenge kann durch erneuerbare und CO2-neutrale Energien abgedeckt werden. Alle noch benötigten Energiequellen befinden sich am Haus selbst.

Das zukunftweisende Projekt ist bereits auf den ersten Blick mit dem Material Schiefer verknüpft: Der Naturstein bedeckt das gesamte Giebeldach und wird in Teilbereichen auch über die Traufkanten in die Fassaden hineingezogen. Ausgespart blieben die großen Fenster und die Bereiche nach Süden, an denen sich die Photovoltaikelemente zur Energieversorgung befinden. Portugiesischer Schiefer deckt das Schrägdach und die vertikale Fassadenflächen als Rechteck-Doppeldeckung. Außerdem sind die Innenräume weitgehend mit Schiefer als Bodenbelag ausgestattet.

Schiefer aus Portugal quer durch Europa zu fahren, um ihn dann in Dänemark als Baumaterial zu verwenden - Nachhaltigkeit kann diesem Vorgehen nicht bescheinigt werden. Die Verwendung des Baustoffs an sich ist dagegen durchaus nachhaltig zu nennen: Einerseits weist Schiefer ein sehr gute Ökobilanz auf - besteht er doch aus natürlichen, ökologisch völlig unproblematischen Inhaltsstoffen und für seine Verwendung ist meist nur ein Bearbeitungsschritt notwendig, der mit geringem Energieaufwand durchgeführt werden kann. Außerdem sind weder Bindemittel notwendig, noch muss ein energieaufwendiger Brennvorgang stattfinden. Andererseits ist Schiefer extrem langlebig und kann nach seiner ursprünglichen Nutzung leicht weiterverarbeitet werden. Schiefersplitt und Schiefermehl kommen als Bodenverbesserer, für Gesteinskörnungen und andere höherwertige Produkte infrage. Ein zukunftsweisendes Projekt mit Schiefer zu entwerfen bzw. zu bauen, liegt also nahe.

Surftipps

www.velux.com