Planung eines nachhaltigen Gebäudes

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Gut gestaltete Architektur ist unabdingbar, denn nur Bauten die von der Gesellschaft angenommen werden, besitzen eine lange Nutzungsdauer und dementsprechend einen nachhaltigen Lebenszyklus. Neben der Funktionalität eines Gebäudes sollte immer die zeitlose, ansprechende Gestaltung berücksichtigt werden. Dabei hilft das Prinzip, dass durch den optimalen Einsatz der Baumaterialien einerseits ein energieeffizientes Gebäude, anderseits eine kohärente Materialität mit einer starken Ausstrahlung entsteht. Dabei können (neue) Materialien eine neue Ästhetik generieren und das Konstruieren rückt wieder stark ins Zentrum des architektonischen Schaffens.

In einem ausgewogen konstruierten, energieeffizienten Gebäude stehen die Sparstrategie und die Gewinnstrategie unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten im Gleichgewicht.

Die Sparstrategie ist aus dem Passivhausstandard bekannt: Eine kompakte Gebäudeform und eine gute Dämmung reduzieren die Transmissionsverluste, eine kontrolliert dichte Gebäudehülle reduziert die Lüftungsverluste. Durch die Haustechnik werden Energiekreisläufe der Medien Luft und Wasser durch Wärmerückgewinnung geschlossen. Der Abluft und dem Abwasser werden die Wärme entzogen und der Frischluft respektive dem Frischwasser zugeführt.

Die Gewinnstrategie wird im Passivhausstandard ebenfalls betrachtet. Große Fenster an der Südfassade erzeugen solare Gewinne. Eine generelle Forderung nach großen Fensteröffnungen gen Süden lässt daraus jedoch nicht ableiten, da bei großen Glasflächen immer die mögliche Überhitzung im dahinterliegenden Raum bedacht und bei der Planung berücksichtigt werden muss. Optimal eingesetzte passivsolare Gewinnsysteme können die Energiekennzahl um 30 bis 50% reduzieren.

Aber nicht nur bezogen auf die Materialien und Konstruktion müssen ernsthafte Schritte unternommen werden um das nachhaltige Bauen voranzubringen, sondern auch in der Ausbildung. An jeder Hochschule oder Universität an der Architektur unterrichtet wird, sollte mindestens ein Studiengang für nachhaltiges Bauen mit den Hauptfächern Entwerfen und Konstruieren und den projektbezogenen Pflichtfächern Bauphysik, Materiallehre und Haustechnik angeboten werden. Nur wenn bei jungen Architekten das Interesse und Verständnis für das nachhaltige Bauen geweckt und in der akademischen Ausbildung auch eine solide Basis für das Konstruieren gelegt wird, können die enormen Herausforderungen durch die Energieknappheit unseres Jahrhunderts gemeistert werden.