Nachweis der Energieeffizienz: Nichtwohngebäude
Energieausweise: Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis
Genauso wie Wohngebäude benötigen auch Nichtwohngebäude Energieausweise. Neuplanungen erfordern Bedarfsausweise, im Bestand stehen auch Verbrauchsausweise zur Wahl.
Ein eigener Weg für Nichtwohngebäude
Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, berücksichtigt die EnEV (seit der Fassung vom 24. Juli 2007) die jeweilige Nutzung von Nicht-Wohngebäuden, wie z.B. Bürogebäude, Krankenhäuser, Schwimmbäder. Die energetischen Anforderungen sind also nicht mehr nur abhängig von Fläche und Volumen, wie das vorher der Fall war. Zusätzlich ist vorgeschrieben, dass neben dem Energiebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung bei Nicht-Wohngebäuden der Aufwand für Beleuchtung, Luftförderung und Klimatisierung einbezogen wird. Auch die Interaktion zwischen den einzelnen Gewerken fließt ein. Hauptanforderungsgröße bleibt der Jahres-Primärenergiebedarf. Berechnungsgrundlagen und -verfahren liefert die DIN 18599 (Energetische Bewertung von Gebäuden).
DIN 18599 – Das Gebäudereferenzverfahren
Den Soll-Wert (Qp,max) berechnet man für jedes Gebäude individuell, deshalb umfasst das mit der DIN entwickelte Verfahren zur Bewertung des Energiebedarfs zwei Schritte: Zuerst wird ein Jahres-Primärenergiebedarf unter Verwendung der Abmessungen und der Gebäudeausrichtung, einer vorgegebenen Referenz-Bauausführung und einer Referenz-Anlagentechnik berechnet (Soll-Wert). Anschließend ermittelt man den Ist-Wert, bei dem man die tatsächlich vorgesehene Bauausführung und Anlagentechnik zugrunde legt. Dieser Wert muss kleiner als der Soll-Wert sein.
Um die Werte vergleichen zu können, wird immer mit den gleichen festgelegten Randbedingungen gerechnet, den in der DIN vorgegebenen Standardnutzungsprofilen.
GreenBuilding
GreenBuilding ist eine Initiative der Europäischen Kommission und will die Standards ergänzen, die durch die europäische sowie nationale Gesetzgebung vorgegeben sind. Der Status „GreenBuilding Partner“ soll Eigentümer von Nichtwohngebäuden motivieren, sich zu einer Steigerung der Energieeffizienz zu verpflichten, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Dabei sind nur Maßnahmen gefordert, die technisch zuverlässig und wirtschaftlich sind. Im Gegenzug werden die Bauherren bei der energetischen Optimierung beraten und unterstützt. Der Titel „GreenBuilding Partner“ kann für eigene Marketingzwecke genutzt werden. Die Initiative GreenBuilding unterstützt außerdem die Außenwirkung durch zentrale Öffentlichkeitsarbeit.
