Nachhaltigkeit im Gebäudebestand

Gebäude haben im Vergleich zu Fahrzeugen eine wesentlich höhere Nutzungsdauer. Während PKWs, LKWs und Co mit entsprechenden Vorschriften theoretisch innerhalb einer Dekade durch umweltfreundliche Neuwagen ersetzt werden könnten, ist dies bei Gebäuden nicht möglich. Beim Thema Nachhaltigkeit gilt es  daher nicht nur die Neubauten, sondern auch den Bestand näher zu betrachten. Sicher ist, dass kein Weg daran vorbeiführen wird auch diese Bauten schrittweise zum Passivhausstandard aufzurüsten. Selbstverständlich wird es Ausnahmen geben, so zum Beispiel Bauten die älter sind als 100 Jahre oder historische Bauten mit denkmalgeschützten Fassaden. Sie machen aber einen vernachlässigbaren Anteil des Baubestandes aus und könnten zum Beispiel mit CO2 neutraler Biomasse beheizt werden.

Wenn die Altbauten in den nächsten 50 Jahren auf den geforderten Standard aufgerüstet werden sollen, so ist eine staatliche Koordination unumgänglich, die öffentliche über private Interessen stellt. Diese Vorgehensweise hat sich in der Vergangenheit beispielsweise in der Forstwirtschaft bewährt, wo niemand seinen privaten Wald abroden darf. Auch die Notwendigkeit von Maßnahmen, welche die Zersiedelung der Landschaft bremsen und lenken wie Bebauungs- und Nutzungspläne wird niemand abstreiten. Planer, Beamte und Politiker müssen sich mit dem Thema auseinandersetzten, das in dieser Konsequenz neu ist und daher sehr schnell an den Hochschulen analysiert und für eine öffentliche Diskussion aufbereitet werden sollte.

Eines steht bereits heute fest, dass das Dogma „Wirtschaftswachstum ist gleichzusetzen mit steigendem Ölkonsum“ nicht stimmt. Im Gegenteil, die Effizienzsteigerung von Maschinen, Fahrzeugen und des Baubestandes wird die Binnenwirtschaft massiv ankurbeln und gleichzeitig den Ölkonsum entscheidend senken.

Bildnachweis: Rathaus in Balingen, B. Walther, Stuttgart