Kriterien und Entscheidungshilfen

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In einem Planungsprozess müssen sehr häufig Entscheidungen getroffen werden. Aus verschiedenen Varianten von Gebäudegeometrien, Bauteilen und technischen Lösungen wird dazu oft vorab eine Auswahl erstellt.

Soll das geplante Gebäude seine Funktionen gut erfüllen, bedarf es zur Bewertung der Varianten klarer Kriterien in Bezug auf Funktionalität, Nützlichkeit, Kosten und möglicher Umweltverträglichkeit. Als besonders aussagekräftige Aspekte bezüglich der Vergleichbarkeit von nachhaltigen Gebäudevarianten haben sich der Energiebedarf, die Umweltverträglichkeit und Angaben zum Innenklima herausgestellt.

  • Der Energiebedarf wird durch den Heizwärme- und Heizenergiebedarf bestimmt, die notwendige Heizleistung und die verfügbaren Energieträger.

  • Die Erdklima- und Umweltverträglichkeit ist abhängig von den CO2-Emissionen, den Schadgasen, dem Ressourcenverbrauch und der Belastung durch Abfälle.

  • Angaben zum Innenklima bestimmen sich durch die Luft- und Oberflächentemperaturen, die Luftfeuchte und Luftbewegungen.
Viele der Kriterien lassen sich auf relativ einfache Weise aus den Planungsunterlagen ermitteln, so zum Beispiel eine einfache Wärmebilanz zur Bestimmung des Heizwärmebedarfs. Für normale Wohngebäude reichen diese Methoden in der Regel aus. Bei aufwändigen, komplexen Projekten sind jedoch oft Vorhersagen zum dynamischen – zeitabhängigen – Verhalten eines Gebäudes als Entscheidungshilfe erwünscht. Zu diesem Zweck können spezielle Computerprogramme das Gebäudeverhalten simulieren, mit Hilfe der Gebäudesimulation sind dann zum Beispiel der Verlauf des Heizleistungsbedarfs und der Wärmespeichervorgänge als Kriterien in die Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen.

Es werden aber auch andere computergestützte Simulationsfelder angeboten, so können zum Beispiel Strömungs- und Tageslichtsimulationen oder auch eine thermische Simulationen erstellt werden. Je nach Gebäudefunktion und -größe werden mit Hilfe dieser Programme fachspezifische Kriterien erarbeitet, die von ausschlaggebender Bedeutung für die Auswahl der Entwurfsvariante sein können.

Bildnachweis: Institut für Klima, Umwelt, Energie, Wuppertal (1); Inpetto, Büro für Planung und Kommunikation, Landau (2)