Konzept für bewohnbaren Erdwall

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Mit „Pipe Dream“ plant ZED Factory ein ressourcenschonendes Siedlungsprojekt

Das Wohnbauprojekt Pipe Dream vom englischen Architekturbüro ZED Factory stellt ein Wohnhauskonzept mit nachhaltigen Ideen für das Wohnen in der Zukunft dar. Die Konstruktion von Pipe Dream erinnert an Bienenwaben: Eine Reihe aus 8-10 Meter langen Stahlröhren mit verschiedenen Durchmessern werden horizontal in einem aufgeschütteten Erdwall gestapelt. Dieser Wall endet nach oben in einer geschwungenen, begrünten und begehbaren Hügellandschaft. Die Dachlandschaft wird so zum öffentlichen Raum und Naturerlebnis. Der Erhalt der Landschaft ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Auch die halböffentlichen Räume um die Gebäude herum, wie z.B. die Zugangswege und Plätze, sind aus geotextilen Baumaterialien hergestellt; die Flächen sind deshalb nicht versiegelt und das Regenwasser kann natürlich versickern.

Das Konzept ist flexibel: Eine Röhre kann beispielsweise als dreigeschossiges Townhouse, als Maisonette-Wohnung oder eingeschossige Vierzimmerwohnung ausgeführt werden. Die Röhren sind relativ kostengünstig herzustellen, sie erfordern einen geringen Materialaufwand bei großer Ausnutzung der Wohnfläche, und sind für hohe Lasten geeignet. Die mehrgeschossige Konstruktion ist auf einem Stahlsockel gegründet. Die Hohlzylinder werden aus verzinkten und gerippten großen Stahlplatten mit circa 4-8 mm Wandstärke fabrikseitig hergestellt, abhängig von der Spannweite der jeweiligen Einheit. Dank der vollständigen Verzinkung wird ein Expoxidharz-Schutzanstrich überflüssig. Die Stahlzylinder bilden in dem Gefüge jeweils ihr eigenes Fundament im aufgeschütteten und verdichteten Erdreich, statisch gelten sie selbst als biegesteif. Außenseitig werden sie mit einer 30 Zentimeter dicken Dämmung aus geschäumtem, geschreddertem Polystyrol und einer Gummimembran-Zwischenlage eingehüllt.

Angesichts steigender Energiekosten und knapper werdender Ressourcen sowie stetig steigender Baukosten haben die Planer von ZED Factory hier eine erschwingliche und ökologisch vertretbare Wohnlösung entworfen, die für einen urbanen Kontext geeignet ist. Solarthermische und Photovoltaik-Anlagen sollen den reduzierten  Energiebedarf decken, ein kommunales Biomasse-Heizkraftwerk vor Ort kann den übrigen Wärmebedarf sicherstellen. Komposttoiletten und eine Regenwasser-Recycling-Anlage komplettieren die positive Ökobilanz.

Zwischen den sich gegenüberliegenden Fassaden überspannt ein auf Stützen gebautes gläsernes Sheddach den halböffentlichen Raum. Photovoltaik-Module und Solarkollektoren werden in die Glasdachkonstruktion integriert. Die solaren Arkaden erfüllen gleich mehrere Funktionen: Sie bieten einen angenehmen Regen- und Sonnenschutz bei dennoch hoher Transparenz, dienen der Strom- und Wärmeversorgung der einzelnen Hauseinheiten und bilden kommunikative Bereiche im Freien.
 
ZED steht für Zero Energy Development. Das Ziel der Planer ist eine Art Null-Emissions-Gesellschaft, die erneuerbare Energien innerhalb lokaler Grenzen sinnvoll nutzt. Auch die Bauzeit ist ökonomisch berechnet. Einige Wochen würden reichen, so die Planer, um eine kleine Wohnsiedlung zu errichten. Das Projekt ist soweit ausgereift, dass zur Realisierung jetzt nur noch ein interessierter Bauträger fehlt.