Klimaschutzkonferenzen: Es begann in Kyoto

Internationale Konferenzen zum Klimaschutz

Um die wahrscheinlich verheerenden Folgen des Klimawandels noch abzuwenden, vereinbarten die Vertragsstaaten der Vereinten Nationen (UN) auf einer internationalen Konferenz in Kyoto 1997 erstmals verbindliche Werte zur Reduktion von Treibhausgasen. Die Treibhausgase gelten als die Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Im so genannten Kyoto-Protokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) verpflichten sich die Industriestaaten, den Ausstoß solcher Gase bis zum Jahr 2012 um insgesamt 5,2% im Vergleich zum Stand von 1990 zu verringern. Das Abkommen trat im Februar 2005 in Kraft; Entwicklungsländer waren von dieser Verpflichtung befreit.

Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens hatten insgesamt 141 Staaten das Protokoll ratifiziert. Mindestens 55 Länder mussten es ratifizieren, die im Jahr 1990 für mindestens 55% des Kohlendioxid-Ausstoßes der Industrieländer verantwortlich waren. Das Kyoto-Protokoll ist nun für die Teilnehmerstaaten bindend. Werden die vereinbarten Ziele nicht eingehalten, treten Sanktionen in Kraft. Im Dezember 2005 einigten sich die Anwesenden auf der UN-Klimakonferenz in Montréal auf eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls. Rund 10.000 Delegierte aus 189 Ländern beschlossen weitere Vereinbarungen zur Verringerung der Emissionen von Treibhausgasen. Auch die USA schlossen sich an, die bisher das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert hatten.

Auf der Klimakonferenz auf Bali im Dezember 2007 einigten sich die Vertragsparteien auf den Bali-Aktionsplan. Er legt unter anderem fest, dass alle Staaten über ihre mess- und prüfbaren Aktivitäten berichten müssen. Auf der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen schließlich sollten die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss kommen. Ohne Einbeziehung und Unterstützung der Entwicklungsländer kann der Klimaschutz nicht gelingen.

Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise waren die Hoffnungen auf ein weltweites Klimaschutzabkommen im Jahr 2009 bereits gesunken, dies zeigte sich auf der vorbereitenden Konferenz in Posen 2008. So forderte der Chef des UN-Klimasekretariats Yvo der Boer die großen Industrienationen auf, bis zum nächsten Termin Ende 2009 in Kopenhagen klare Ziele für den Zeitraum von 2012 bis 2020 festzulegen.

Der internationale Klimagipfel in Kopenhagen ist ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Man einigte sich lediglich auf den Copenhagen Accord, der nicht verabschiedet, sondern zur Kenntnis genommen wurde und keine rechtliche Bindung entfaltet. Seine zentrale Festlegung ist es, die Klimaerwärmung auf 2°C zu beschränken. Konkrete Reduktionsziele für einzelne Länder gibt es nicht. Für die ärmeren Länder wurden neue und zusätzliche Finanzhilfen zugesagt. Die Vereinbarung aus Kopenhagen soll dem Entwurf zufolge 2016 überprüft werden. Dann geht es um die Möglichkeit, die Erderwärmung auf nur 1,5°C zu begrenzen.

Im Jahr 2010 fand die 16. UN-Klimakonferenz in Cancún/Mexico statt. Hier wurde ein weiterer Versuch unternommen ein rechtlich verbindliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll auszuhandeln. Es wurde jedoch lediglich beschlossen das Kyoto-Protokoll bis 2012 fortzusetzen. Außerdem wurde ein Waldschutzprogramm und ein Hilfsfonds für Entwicklungsländer festgelegt.

Von Ende November bis beinahe Mitte Dezember 2011 fand im südafrikanischen Durban die bisher längste UN-Klimakonferenz statt. Während der 14-tägigen Dauer der bereits 17. Veranstaltung der Vertragsstaaten wurde lediglich beschlossen, bis zum Jahr 2015 für alle ein verbindliches Klimaschutzabkommen auszuhandeln, das dann im Jahr 2020 in Kraft treten soll. Mit diesem Durban-Paket verpflichten sich erstmals auch Länder wie China, Indien, Brasilien und die USA zum Klimaschutz. Die USA hatten beispielsweise das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, jedoch nicht ratifiziert. Aber wie immer gibt es auch hier sicher wieder Schlupflöcher und Ausnahmeregelungen.

Weiterhin wurde festgelegt, dass das Kyoto-Protokoll eine zweite Verpflichtungsperiode (Beginn 2013) erhalten und ein Grüner Klimafonds eingerichtet werden soll. Mit dem Fond können Entwicklungsländer u.a. beim Aufbau von kohlenstoffarmen Energiesystemen unterstützt werden.

Auf der Konferenz 2012 in Doha, im arabischen Emirat Katar, legten die annähernd 200 Teilnehmerstaaten fest, dass das Kyoto-Protokoll bis 2020 verlängert wird und haben einen Fahrplan für ein international verbindliches Klimaschutzabkommen ab 2020 verabschiedet.

2013 trafen sich die Mitglieder in Warschau, es gab keine wesentlichen Fortschritte. Aufgrund der Ineffizienz und Ergebnislosigkeit dieses Weltklimagipfels verließen erstmalig die größten und einflussreichsten Nicht-Regierungsorganisationen (u.a. Greenpeace und der WWF) aus Protest die Veranstaltung und sorgten damit für einen Eklat.

2014 fand der Weltklimagipfel in Lima, 2015 in Paris statt. In Paris hat sich die Staatengemeinschaft auf das erste Klimaschutzabkommen geeinigt, das alle Länder in die Pflicht nimmt. Zur Zielsetzung des Abkommens gehört u.a. die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen sowie die Festlegung, dass die Welt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts treibhausgasneutral werden muss.

Weitere Informationen zu einzelnen Klimaschutzkonferenzen und den Beschlüssen stehen auf der Website des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zur Verfügung (siehe Surftipps).

Surftipps

www.bmub.bund.de