Schwimmender Pavillon für IBA in Hamburg
Sonne und Elbe als Energielieferanten
Das IBA Dock ist ein schwimmendes Ausstellungs- und Bürogebäude und ein Beispiel für innovative Bau- und Energiespar-Technologien. Seit Anfang 2010 hat das Informations- und Veranstaltungszentrum der Internationalen Bauausstellung Hamburg seinen Sitz in dem vom Architekturbüro Han Slawik entworfenen Dock.
Das Gebäude ruht auf einem 43 Meter langen und 25 Meter breiten Beton-Ponton, der im Sommer 2009 mit Hilfe riesiger Kräne in Cuxhaven ins Wasser gelassen worden war. Dort wurden die dreigeschossigen Aufbauten in Modulbauweise aus Stahl direkt auf dem Wasser erstellt, bevor das fertige Bauwerk Kurs auf den Müggenburger Zollhafen in Hamburg nahm.
Die Art der Energieversorgung war eine besondere Herausforderung für die beteiligten Ingenieure, Geologen und Behörden. Die Sonne und das Wasser der Elbe werden zur Energiegewinnung genutzt – mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe, die ihre Energie aus einem Wärmetauscher und einer 34 m² großen Solarthermie-Anlage bezieht. Dabei wird die Strommenge, die von der Wärmepumpe verbraucht wird, von einer 125 ² großen Photovoltaikanlage mit Solarstrom gedeckt. Hohen Komfort und minimale Energieverluste werden durch Heiz- und Kühldecken und durch 25 cm stark gedämmte Außenwände ermöglicht. Auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört zu dem Konzept der CO2-neutralen Klimatisierung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des IBA Docks: Es steht für einen neuen Umgang mit der Hochwassergefahr: Der Ponton ist befestigt an Dalben, in den Hafengrund eingerammte Pfähle zum Befestigen von Schiffen. An diesen wird sich das Dock täglich 3,5 Meter auf und ab bewegen. Sollte eine starke Sturmflut kommen, schwimmt die gesamte Anlage mit dem Wasser auf. Statt auf immer höhere Deiche angewiesen zu sein, passt sich das Gebäude der Natur an – ein zukunftsweisendes Konzept für das Bauen in Hochwasserlagen.
