Mauersteine

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Mauersteine weisen sehr unterschiedliche Ökobilanzen auf. Je nach Steinart differieren die Materialeigenschaften, Herstellungsverfahren, Rohstoffe und dementsprechend auch die Bewertungen nach Recyclingfähigkeit und Rückbaubarkeit.

In erster Linie sorgen die Hauptbestandteile wie Kalk, Sand, Ton, Lehm und Wasser für eine positive Bewertung, auch weil die Rohstoffe überwiegend in heimischen Regionen abgebaut und ohne lange Transportwege verarbeitet werden können. Ebenfalls positiv auf die Energiebilanz wirkt sich die Wärmespeicherfähigkeit der Baustoffe aus. Die Herstellung von Mauersteinen ist je nach Art und Zusammensetzung unterschiedlich. Dabei gilt: Je härter der Stein, desto mehr Energie wird benötigt, um die Steine zu brennen. Der ökologische Kreislauf schließt sich mit der Entsorgung bzw. mit dem Recycling des Baustoffs. Mauerwerkstein-Bruch kann teilweise bei der Fertigung wieder verwendet werden; rückgebautes Material kommt als Unterbau im Straßen- und Wegebau zum Einsatz.

Porenbetonsteine
Ausgangsstoffe: Zement und/oder Kalk als Bindemittel, fein gemahlene kieselsäurehaltige Stoffe (Quarzmehl), porenbildendes Treibmittel (Aluminiumpulver), Wasser

Die stofflichen Ressourcen zur Herstellung sind langfristig ausreichend verfügbar. Aus 1 m³  festem Rohstoff können bis zu 5 m³ Porenbeton hergestellt werden. Durchschnittlich 54% der zur Herstellung von Porenbeton notwendigen Energie entfällt auf die Inhaltsstoffe, ca. 26% werden für Transport, Strom etc. verbraucht. Ca. 20% der Energie werden für die Produktion der Porenbetonsteine selbst verwendet. Der Primärenergieinhalt ist abhängig von der Steinart.

Porenbeton kann nach seiner Nutzung auf der Deponie (nach TA 1 Siedlungsabfall) gelagert, recycelt oder wiederverwertet werden. Sortenreine Abfälle können in die Produktion zurückgegeben oder zu Nebenprodukten wie Katzenstreu, Ölbindern, Bodenlüftern oder Deckenschüttungen verarbeitet werden.

Kalksandsteine
Ausgangsstoffe: Kalk, Sand bzw. kieselsäurehaltige Zuschläge und Wasser

Kalksandsteine sind massive, „schwere“ Baustoffe. Dies wirkt sich z. B. hinsichtlich der Tragfähigkeit, des Schall- und Brandschutzes positiv aus. Für den sommerlichen Wärmeschutz stehen hohe Speichermassen zur Verfügung.

Der Primärenergieinhalt von Kalksandsteinen ist hauptsächliche von zwei Faktoren abhängig, zum einen von dem Primärenergieinhalt der Ausgangsstoffe und zum anderen von dem Energiebedarf für die Dampferzeugung. Ca. 50% entfallen auf die Herstellung des Kalkes. Abgesehen von der Dampferzeugung, die bei der Härtung der Steinrohlinge entsteht, fallen keine Emissionen an. Beschädigte Steinrohlinge können der Rohmasse wieder zugeführt werden.

Mauerziegel
Ausgangsstoffe: Ton, Lehm oder tonige Massen, mit oder ohne Zusatzstoffe
Zusatzstoffe: Sägemehl oder Polystyrolkugel zur Verringerung der Scherbenrohdichte


Aus den ursprünglich massiven Steinen wurden Leichthochlochziegel mit einem Lochanteil von bis zu 60% und einer Wärmeleitfähigkeit bis 0,08 W/(mK). Die Optimierungen der Wärmeschutzeigenschaften erfolgen durch die Herstellung mit porosierten Scherben und teilweise durch Ausfüllen der Löcher mit Wärmedämmstoffen. Die geringe Wärmeleitfähigkeit moderner Ziegel ermöglicht einen monolithischen Wandaufbau ohne zusätzliche Wärmedämmung unter Einhaltung der Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung.

Bei der Erzeugung von Ziegeln werden als Schadstoffe hauptsächlich Staub und Gase, wie z.B. SO2, SO3, HF, NOx, CO, CO2 und organische Kohlenstoffverbindungen emittiert. Der Primärenergieinhalt zur Ziegelherstellung liegt vergleichsweise hoch. Trotz der Werte müssen Ziegel nicht für Gebäude mit einem hohen Nachhaltigkeitsfaktor ausgeschlossen werden. Denn besonders die Dauerhaftigkeit der Steine und die sehr lange Lebensdauer der daraus gebauten Werke sprechen für das Material. Oder wer möchte auf so großartige Gebäude, wie Höger (Chilehaus, Hamburg) sie geschaffen hat oder wie Zumthor (Diözesanmuseum Kolumba, Köln) sie noch heute verwirklicht, verzichten?

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat auf seiner Plattform zum nachhaltigen Bauen die Umweltindikatoren von Mauersteinen zusammengestellt. Das Institut Bauen und Umwelt e.V. bietet auf seinen Webseiten Informationen zu Umweltproduktdeklarationen (EPD) verschiedener Baustoffe, weitere Baustoffdaten werden von den einzelnen Herstellern zur Verfügung gestellt.