Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS)
WDVS sind seit etwa 1965 auf dem Markt. Größere Schäden sind bei diesen Systemen bisher kaum aufgetreten. Für die "lange Lebensdauer" gelten eine Reihe von Konstruktions-/Montagedetails.
WDVS bestehen aus drei Schichten:
- Tragkonstruktion aus Beton oder Mauerwerk
- Wärmedämmung aus Hartschaumplatten (meist Polystyrol) oder Mineralfaserplatten
- Putz, meist zweilagig als Dünn- oder Dickputzsystem, jeweils mit Glasfasergewebe
Zu den Dünnputzsystemen gehören Kunstharzsysteme mit Gesamtdicken von ca. 4 - 6 mm und Kunststoffdispersions-modifizierte mineralische Systeme mit Gesamtdicken von ca. 5 - 10 mm.
Dickputzsysteme bestehen aus mineralischen, in der Regel Leichtputzsystemen, mit Gesamtdicken von ca. 8 - 16 mm. Möglich sind außerdem Beschichtungen mit keramischen Platten oder Riemchen. Bei Riemchenbekleidungen ist die Dämmung werkseitig angeschäumt.
Derzeit wird eine Vielzahl von Systemvarianten angeboten. Diese werden unterschieden nach:- Verankerung an der tragenden Konstruktion
- Gewählter Dämmstoff
- Art der Befestigung
Es gibt vier Arten der Befestigung – verklebt, verklebt und verdübelt, verdübelt und Schienenbefestigung. Dämmmaterial und Beschichtung sind abhängig von der Verankerung. Bei einer Verklebung wird meist Polystyrol (teilflächig 40 %) mit Kunstharzputz, mineralischem Dünn- oder Dickputz; Mineralfaserlamellen (vollflächig 100 %) mit mineralischem Dickputz verwendet. Bei einer Verklebung und zusätzlich einer Verdübelung kommen Polystyrol mit Kunstharzputz, mineralischem Dünn- oder Dickputz sowie keramische Bekleidungen; Mineralfaserplatten Typ WV, WD, DD mit mineralischem Dickputz sowie keramische Bekleidungen zum Einsatz. Nur verdübelt wird Polyurethan mit werkseitig angeschäumten keramischen Bekleidungen. Die Schienenbefestigung erfolgt bei Polystyrol mit Kunstharzputz, mineralischem Dünn- oder Dickputz; Mineralfaserplatten Typ HD mit mineralischem Dickputz.
Bildnachweis: Simon Freie Architekten, Stuttgart