Verbände und Verzahnung
Mauerwerk muss zur Übertragung von Kräften mit ausreichender Überbindungen der Steine hergestellt werden. Maßgenaue Steine (vor allem Planelemente) können auch mit Nut- und Feder in Stumpfstoßtechnik vermauert werden.
Für die Verzahnung sollten die Steine alle die gleiche Höhe haben, denn unterschiedliches Verformungsverhalten der Schichten (bei einer variierenden Zahl von Lagerfugen) wirkt sich negativ auf die Lastabtragung aus. Die Überbindung (unterschiedlich groß, abhängig von den Steinformaten) soll außerdem verhindern, dass sich unter dem Einfluss von Zugkräften der Verband spaltet.
Bei Verbänden unterscheidet man Läufer- und Binderschichten. Läufer sind Steine, die mit der Längsseite in der Mauerflucht liegen – Binder mit der Schmalseite.
- Kreuzverband
Binder- und Läuferschichten wechseln vertikal regelmäßig ab. Die Stoßfugen jeder zweiten Läuferschicht sind um 1/2 Steinlänge versetzt. - Blockverband
Binder- und Läuferschichten wechseln regelmäßig. Die Stoßfugen aller Läuferschichten liegen senkrecht übereinander.
- Läuferverband
Alle Schichten bestehen aus Läufern, die von Schicht zu Schicht um eine 1/2 Steinlänge (mittiger Verband) oder 1/3 oder 1/4 Steinlänge (schleppender Verband) gegeneinander versetzt sind. Der Läuferverband hat die beste Festigkeit. - Binderverband
Alle Schichten bestehen aus Bindern, die um 1/2 Steinbreite versetzt sind. Aufgrund der geringen Überdeckung haben Binderverbände eine geringere Tragfähigkeit als Läuferverbände – dies wird jedoch bei der Bemessung von Mauerwerk nicht berücksichtigt.
Heute wird überwiegend Mauerwerk im Läufer- oder Binderverband ausgeführt, und zwar in Stärken von 24, 30, 36,5 und 49 cm bei einschaligem Mauerwerk. Aus konstruktiven, aber auch wirtschaftlichen Gründen (keine Steinbearbeitung) werden meist Verlegepläne erstellt, insbesondere bei Planelementen und großformatigen Steinen. Ergänzungssteine ermöglichen passgenaue Mauerverbände, Ecklösungen und Kreuzungspunkte. Der früher großzügige Einsatz von Mörtel bei Ungenauigkeiten entfällt – und damit auch die Gefahr potentieller Wärmebrücken.
Bildnachweis: Silka, Duisburg
