Schäden an Ziegelmauerwerk

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Die Kartierung von Schäden an historischem Mauerwerk beruht auf einem Schadensbildkatalog und einem vereinheitlichten Darstellungsschema (Legende aus Schraffur, Farbton, Abkürzung und Symbol), vorgeschlagen und veröffentlicht vom Deutschen Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege (ZHD), Propstei Johannesberg in Fulda. Ziel der Kartierung ist zunächst die rein phänomenologische Erfassung eines Zustandes, also die objektive Beschreibung der Erscheinungsformen von Schäden.

Katalog der Schadensbilder
1.Materialverlust
Bei "Materialverlust" wird zwischen der Beschreibung des Vorgangs und der Beschreibung der verbleibenden Substanz des Ziegels unterschieden.
Beschreibung des Vorgangs:

  • Absanden: Ablösen kleiner, kompakter Partikel bis zum völligen Verlust
  • Abbröckeln: Ablösen größerer, kompakter Partikel
  • Abschelbern/Abschuppung: Ablösung dünner, flächiger Partikel parallel zum Untergrund
  • Dünne Schalen: Ablösung dünner Schalen(weniger als 1 mm) parallel zum Untergrund
  • Dickere Schalen: dito, hier mehrere Millimeter bis Zentimeter
  • Ausbruch: Ablösung größerer, kompakter Stücke
Beschreibung der verbleibenden Substanz
  • Rückwitterung: originale Oberfläche des Ziegels fehlt in Teilbereichen oder ganz
  • Randzonenverlust: Kern des Steins steht plastisch hervor
  • Kernzonenverlust: Verlust in der Mitte größer als am Rand
  • Reliefbildung: unterschiedlich starker Materialverlust, bewegtes Bild
  • Sonderformen: beispielsweise Wabenstein, Höckerstein oder Glasurschaden
  • Verlustziegel: Fehlen des ganzen Steines
2. Materialanlagerungen
Unterschieden werden Krusten, Ausblühungen (kristalline Salze auf oder in Stein und /oder Mörtel), Bewuchs und andere Ablagerungen (Farbe, auch Graffiti).

Ausblühungen auf der Vormauerschale und dem tragenden Mauerwerk entstehen bei ungenügendem Feuchteschutz. Die Feuchtigkeit löst hierbei Salze im Mörtel oder Beton und transportiert sie über den kapillarfähigen Ziegel an die Wandoberfläche. Hier lagern sich die Salze nach Verdunstung der Feuchtigkeit als weißer Schleier ab.
Ausblühungen entstehen durch witterungsbedingte Durchfeuchtung des Mauerwerks und durch Absaugen der Feuchtigkeit aus Mörtel und Beton. Das Ziegelmaterial selbst bewirkt keine Ausblühungen.
Lose Ausblühungen müssen vor dem Putzen abgebürstet werden. Dabei sollten keine Metallbürsten sondern Naturborsten verwendet werden.

Bildnachweis: Verband Österreichischer Ziegelwerke, Wien