Planziegelsysteme
Traditionelles Mauerwerk wird ständig optimiert, insbesondere durch Verbesserung der Wärmedämm- und Schallschutzeigenschaften. Permanent weiterentwickelt werden auch die sogenannten Planziegel, das sind Systeme mit computergenau plangeschliffenen Lagerflächen für die Verarbeitung im Dünnbettmörtel. Durch die hohe Maßgenauigkeit ist die Lagerfuge nur noch 1 bis 3 mm dick. Planziegel haben entsprechende bauaufsichtliche Zulassungen, die auch Verarbeitungsrichtlinien enthalten.
Bestandteil eines Planziegelsystems ist ein komplettes Formsteinprogramm wie Eck- und Halbziegel etc. sowie Zubehörziegel. Besonders interessant sind die Wärmedämmziegel mit denen Außenwände ohne Zusatzdämmung bei Wanddicken zwischen 30 cm und 36,5 cm hergestellt werden können. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) wird bei einem solchen Wandaufbau erfüllt. Das Planziegelsystem Poroton T9 ist zum Beispiel mit einer verbesserten Wärmedämmeigenschaften (Wärmeleitfähigkeit 0,09 W/(mK)) ausgestattet.
Besonderer Schallschutz wird beim Einsatz der Plan-Füllziegel erreicht, deren Kammern nach dem Aufmauern in einem Zug geschosshoch zum Beispiel mit Beton verfüllt werden. Sie eigenen sich als Wohnungs- oder Haustrennwände oder mit Außendämmung auch als Außenwand.
Der Dünnbettmörtel wird mit der Auftragwalze oder im Tauchverfahren aufgebracht. Um die Luftdichtheit der Wand an offenen Flächen z. B. im Brüstungsbereich oder im Giebel zu gewährleisten, wird deckelbildende Dünnbettmörtel verwendet. Diese erreichen ihre Formstabilität entweder mit Hilfe spezieller Zuschlagstoffe oder durch eine Glasfaser-Vlies-Einlage.
Die erste Steinlage wird im Normalmörtel verlegt, um Deckenungenauigkeiten auszugleichen.
Eckverbindungen und Wandeinbindungen werden in Stumpfstoßtechnik mit eingelegten Flachankern ausgeführt.
Bildnachweis: Poroton, Berlin (1), Unipor, München (2)

