Mörtelarten

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Normalmörtel hat eine Trockenrohdichte von mindestens 1,5 kg/dm³, mit mineralischen Zuschlägen und dichtem Gefüge. Er ist nach steigender Mindestdruckfestigkeit in die Mörtelgruppen I, II, IIa, III und IIIa klassifiziert.

Dünnbettmörtel ist eine Art Normalmörtel, das Größtkorn darf allerdings nicht größer als 1 mm sein. Dünnbettmörtel wird für die Vermauerung von Steinen und Planelementen mit geringen Maßabweichungen < 1 mm verwendet. Die Dicke der Fugen beträgt 1-3 mm. Dieser Mörtel wird heute fast bei allen Mauersteinarten eingesetzt, da durch Verminderung des Fugenanteils die relativ hohe Wärmeleitung der Fugen gegenüber den Steinen erheblich reduziert werden kann. Voraussetzung ist die Maßgenauigkeit der Steine. Bei Porenbeton, dem Pionier des Verfahrens, ist dies herstellungsbedingt kein Problem, andere Steinarten werden geschliffen. Das Dünnbettmörtelverfahren ist bei der Vermauerung von KS-Planelementen sogar notwendig, da diese aufgrund ihres Gewichts Normalmörtel aus den Lagerfugen von 10-12 mm Dicke herausquetschen würden.

Dünnbettmörtel wird nur in einer Festigkeitsklasse geliefert, vergleichbar der Mörtelgruppe III. Mit Dünnbettmörteln wird allerdings wegen der geringen Fugendicke eine im Vergleich zur Mörtelgruppe III höhere Mauerwerksdruckfestigkeit erzielt. Für Dünnbettmörtel ist eine passende Zahnschiene zu verwenden. Die Angaben der Mörtelhersteller, die auf den Säcken aufgedruckt oder durch spezielle Produktbeschreibungen vorliegen, sind bei der Verarbeitung einzuhalten.

Leichtmörtel dient ebenfalls der Verringerung der Wärmeleitfähigkeit des Mauerwerks. Dies wird erreicht durch Zugabe eines Leichtzuschlages aus Naturbims, Blähton oder Perlite (Trockenrohdichte kleiner als 1,5 kg/dm³). Leichtmörtel werden als LM 21 (0,21 W/(mK)) und LM 36 (0,36 W/(mK)) geliefert, die Wärmeleitfähigkeit von Normalbeton beträgt 1,0 W/mK (mit Ziegeln werden beispielsweise Werte von 0,14 W/mK erreicht). Der Unterschied bewirkt eine Verbesserung beim Mauerwerk um ein bis zwei Wärmeleitfähigkeitsgruppen.

Die Lagerfugendicke entspricht der von Normalmörtel. Es bestehen keine Anforderungen an die Maßhaltigkeit der Steine. Leichtmörtel haben unter Belastung ein ungünstigeres Verformungsverhalten als Normal- und Dünnbettmörtel. Mauerwerk aus Ziegeln, KS und Normalbetonsteinen zeigt einen größeren Festigkeitsabfall als solches aus Poren- oder Leichbetonsteinen. Die Verformungsunterschiede müssen allerdings wegen des geringen Fugenanteils nicht in den statischen Berechnungen des Mauerwerks berücksichtigt werden.

Mittelbettmörtel ist ein Mörtel, mit dem mittlere Lagerfugendicken zwischen Normal- und Dünnbettmörtel hergestellt werden. Damit sollen vor allem die Anforderungen an die Maßhaltigkeit der Mauersteine herabgesetzt werden. Die Verwendung von Mittelbettmörtel ist nicht genormt, sondern über bauaufsichtliche Zulassungen geregelt, und zwar in Verbindung mit der jeweiligen Steinart.

Bildnachweis: Silka, Duisburg