Brandschutz mit Kalksandsteinen
Dass massive Mauerwerkswände nicht brennen, ist allgemein bekannt - insbesondere in Kombination mit massiven Deckenkonstruktionen erreichen diese Konstruktionen auf jeden Fall einen hohen baulichen Brandschutz. Für das Brandverhalten eines Gebäudes spielt neben der Wahl der Baustoffe der Tragkonstruktion auch die Nutzung und die Ausstattung der Räume eine Rolle (Brandlast).
Kalksandsteine sind nach DIN 4102-4 der Baustoffklasse A1 zuzuordnen, ebenso Mörtel nach DIN 1053. Ein Brandverhalten mit der Klassifizierung F 90 A ist bereits mit einer massiven 11,5 cm starken Kalksandsteinwand zu erreichen. Bei der Ausführung und Planung sind zusätzlich einige wichtige Punkte, wie z. B. die Ausführung der Anschlussdetails und die Wahl der Dichtungsstoffe, zu beachten. Hierzu bieten die jeweiligen Hersteller detaillierte Informationen an.
Beispielsweise wurde früher der Anschluss an die Stahlbetongeschossdecken mit Hilfe von Stahlwinkeln durchgeführt. Aus Brandschutzgründen ist jedoch davon abzusehen und es wird nun Ausführung mit Dichtstoffen vorgeschlagen. Diese Stoffe müssen aus Mineralwolle bestehen und der Baustoffklasse A angehören. Der Schmelzpunkt muss über 100°C liegen und es ist eine Rohdichte von mindesten 30 kg/m³ erforderlich. Die Fugen sind fest zu hinterfüllen - dieses ist in der Ausführung in der Praxis ein entscheidender Punkt, da sich Fehler erst im Brandfall zeigen. Die Befestigung hat mit Dünnbettmörtel zu erfolgen (dieser ist ebenfalls nicht brennbar und beeinflusst die Dichtungsstoffe nicht nachteilig).
Die Stoßfugen in KS-Wänden können auch bei der höheren Anforderungsklasse "Brandwand" allgemein unvermörtelt bleiben, was eine rationelle Ausführung auch für diese brandschutztechnisch wichtigen Bauteile erlaubt. Beim Anschluss an Querwände ist es ausreichend, wenn die Anschlussfuge vollfugig mit Mörtel (nach DIN 1053-1) verfüllt wird.
Bildnachweis: Silka, Duisburg
