Maschinenziegelei in Zehdenick
Deutschlands größtes Ziegeleimuseum
Als die Stadt Berlin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Metropole wurde und die Einwohnerzahl um 1900 herum die Zwei-Millionen-Grenze überschritt, da explodierte auch der Bedarf an Ziegelsteinen für den schnellen Bau der Mietskasernen. Davon profitierten unter anderem die Tongruben und Ziegeleien im märkischen Umland des Molochs – das „steinerne Berlin“ entstand aus märkischem Ton. So basierte auch der wirtschaftliche Aufschwung im brandenburgischen Zehdenick, etwa 50 Kilometer von Berlin entfernt, vom rasch ausgebauten Ziegeleipark, in dem zum Beispiel 57 Ringöfen im Jahre 1910 insgesamt über 600 Millionen Mauerziegel herstellten.
Quasi direkt nach dem Mauerfall wurde der Betrieb 1991 eingestellt, die drei Hektar des Betriebsgeländes standen leer und entwickelten sich langsam zu einem touristischen Anziehungspunkt. Dieser wurde mit der Eröffnung eines Museums über die Ziegeleigeschichte 2009 komplettiert. Nach Plänen der beiden in Berlin ansässigen Architekten Tom Duncan und Noel McCauley werden nun zwei der verbliebenen historischen Ringöfen und das Gebäude der Maschinenziegelei für Besucher zugänglich.
Die Architekten waren für die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung im Inneren ebenso zuständig wie für das ergänzende neue Eingangsgebäude. Dieses erleichtert den Besuchern die Orientierung auf dem weitläufigen Gelände. Immerhin sind 15.000 Quadratmeter als „Technikmuseum und Erlebnispark“ hergerichtet, wodurch das ehemalige Industriegelände nun als „Deutschlands größtes Ziegeleimuseum“ bezeichnet werden darf.
Zum Thema
- Mauerziegel
- Niedrigenergiebau mit Ziegel
