Lehmsteine

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Lehmsteine werden aus aufbereitetem Baulehm oder anderen Lehmbaustoffen hergestellt und sind in der Regel quaderförmige Steine, deren alleiniges Bindemittel die Tonfraktion ist. Lehm als Verwitterungsprodukt natürlicher Gesteine enthält neben der Tonfraktion schluffige, sandige bis steinige Bestandteile.

Bei stabilisierten Lehmsteinen handelt es sich um Lehmsteine, deren Wasserlöslichkeit durch andere Bindemittel oder Zugaben chemisch wirksamer Stoffe verändert wurde, wie z.B. mit Zement.

Die üblichen Verfahren zur Herstellung von Lehmsteinen sind das Handstrichverfahren, das Pressen und das Strangpressen. Lehmsteine sind entsprechend ihres Anwendungsbereiches in Anwendungsklassen (AK) unterteilt:

  • AK Ia: Verputztes, der Witterung ausgesetztes Außenmauerwerk von Sichtfachwerkwänden
  • AK Ib: Durchgängig verputztes, der Witterung ausgesetztes Außenmauerwerk
  • AK II: Verkleidetes, witterungsgeschütztes Außenmauerwerk, Innermauerwerk
  • AK III: Trockene Anwendungen

Die Abmessungen von Lehmsteinen richten sich nach dem in Deutschland üblichen oktametrischen Maßsystem und den üblichen Formatbezeichnungen von Dünn- und Normalformaten.

Lehmsteine sind diffusionsoffen und weisen eine sehr gute Wärmespeicherfähigkeit auf. Sie sind allerdings nicht feuchte- und frostfest. So müssen sie entsprechend ihrer Anwendungsklasse feuchte- und frostwiderstandsfähig gemacht werden.

Für industriell hergestellte Lehmsteine entwickelt derzeit der Dachverband Lehm (DVL) in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung (BAM) Normentwürfe. Solange diese noch nicht beim Deutschen Institut für Normung in DIN-Vornormen bzw. -Normen überführt wurden, liefern die vom DVL herausgegebenen Technischen Merkblätter sowie die das Fachbuch Lehmbau Regeln über zehn Jahre Anwendungserfahrungen mit Lehmbaustoffen.