Erster BSI Swiss Award für Solano Benítez
Poetische Intensität in Backstein
Der paraguayische Architekt Solano Benítez ist Preisträger des erstmals vergebenen BSI Swiss Architectural Award (Banca della Svizzera Italiana). Wenn auch hierzulande noch eher unbekannt, so gilt Benítez in Lateinamerika als Hoffnungsträger einer eigenständigen Architektur. Bereits zweimal hat der 1963 geborene Architekt sein Heimatland Paraguay bei Biennalen vertreten.
Die Jury unter Vorsitz von Mario Botta votierte einstimmig für Benítez. Seine drei eingereichten Arbeiten - ein Grabmal in Priribebuy (2000-2001), der Firmensitz von Unilever in Villa Elisa (2000-2001) und das Haus Abu & Font in Asunción (2005-2006) - überzeugten das Preisgericht durch ihre „einzigartige Ausdruckskraft und ihre Fähigkeit, eine einleuchtend neue Lesart der Tradition der Moderne mit einer besonderen Sensibilität gegenüber dem Umfeld, in dem sie entstanden, zu verbinden.“ Vor allem bei den verwendeten Materialien greift Benítez auf lokale Traditionen zurück: Hier gelingt es dem 45-jährigen Architekten, gerade durch die Verwendung von Backstein, seine modernistischen Bauten auf die lokalen Bautraditionen herunter zu brechen.
Solano Benítez habe „weitab von den, von der Globalisierung diktierten Produktionsprozessen überraschende, Qualitäten hervorgebracht“, betonte Mario Botta. Er verwende in den meisten Fällen einfache, lokal verfügbare Materialien, mit denen er „wirkungsstarke Ausdrucksformen von hoher poetischer Intensität“ erzeuge. Die „vermeintliche Ärmlichkeit der eingesetzten Mittel“ scheine sich „umgekehrt proportional zu der Emotionalität zu verhalten, die seine Architektur zu vermitteln vermag“, lobte die Jury weiter.
Der von der BSI Architectural Foundation gestiftete, künftig alle zwei Jahre vergebene BSI Swiss Architectural Award zeichnet Architekten unter 50 aus, die "einen bedeutenden Beitrag zur zeitgenössischen architektonischen Kultur geleistet und dabei eine besondere Sensibilität in Bezug auf Landschaft und Umwelt bewiesen haben". Er ist mit 100.000 Euro dotiert.
Bildnachweis: BSI Architectural Foundation, Lugano/CH
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