Warmwasserheizung

Bestandteile, Arten und Systeme

Die Warmwasserheizung ist die häufigste Art der Zentralheizung in Deutschland. Sie besteht aus einem Wärmeerzeuger, der das Wärmeübertragermedium Wasser erwärmt und mit Hilfe einer Pumpe durch Rohrleitungen (Vorlauf) zu den Heizflächen liefert, die die Wärme an den zu beheizenden Raum abgeben. Anschließend fließt das abgekühlte Wasser über die Rücklaufleitungen zurück zum Wärmeerzeuger. Hinsichtlich der Rohrführung wird zwischen Einrohr- und Zweirohrheizung unterschieden.

Während der Heizmittelumlauf früher vorwiegend durch den Dichteunterschied von wärmerem und kälterem Wasser bewirkt wurde (Schwerkraftumlauf), werden heute nur noch Pumpen zur Heizmittelförderung eingesetzt. Bei Pumpenwarmwasserheizungen wird die Heizwärme mit Hilfe einer Umwälzpumpe in einem geschlossenen Wasserkreis zu den verschiedenen Räumen transportiert.

Arten der Warmwasserheizung

  • Heißwasserheizung (HWH)
    Heißwasserheizungen nach DIN EN 12953 werden mit höheren Vorlauftemperaturen als 110°C betrieben. Sie kamen früher häufig bei größeren Objekten zum Einsatz, um die Querschnitte langer Rohrleitungen geringer und die Raumheizflächen kleiner und kostengünstiger zu halten.

  • Warmwasserheizung (WWH)
    Bei Warmwasserheizungen nach DIN EN 12828 wird die Warmwassertemperatur auf 110°C begrenzt. Dampfbildung wird durch einen geringen Überdruck verhindert. Konventionelle Warmwasserheizungen werden für eine Vorlauftemperatur von 90°C und eine Rücklauftemperatur von 70°C bei maximaler Leistung ausgelegt.

  • Niedertemperatur-Warmwasserheizungen
    Das sind Heizungen bei denen die Kesselwassertemperatur außentemperaturabhängig im Bereich von max. 80°C bis min. 20°C geregelt werden kann. Durch die reduzierten Wassertemperaturen verringern sich die Wärmeverluste. Wegen ihrer geringeren Vorlauftemperatur erfordern Niedertemperatur-Warmwasserheizungen wesentlich größere Heizkörper oder Flächenheizungen. Aus Gründen der Energieeinsparung werden sie heute bevorzugt verwendet.