Technik und Funktionsweise der Wärmerückgewinnung
Bedingungen für Effizienz
Unter Wärmerückgewinnung versteht man die Nutzung der Wärme der Raumluft, die - aus hygienischen Gründen - das Gebäude verlässt. Diese ungefähr 20°C warme Abluft kann ihre Wärmeenergie direkt an die Zuluft übertragen und diese damit aufwärmen. Moderne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung können fast die gesamte Abluftwärme nutzen. Da die Lüftungswärmeverluste bei einem Niedrigenergiehaus die gleiche Größenordnung haben wie die Transmissionsverluste kommt der Wärmerückgewinnung zukünftig eine große Bedeutung zu.
Voraussetzung ist dabei allerdings eine luftdichte Gebäudehülle, damit möglichst viel Luft über die Lüftungsanlage ausgetauscht wird. Zudem müssen die Ventilatoren energieeffizient sein, damit die bedeutende Energieeinsparung durch die Wärmerückgewinnung nicht durch den Stromverbrauch der Ventilatoren kompensiert wird.
Neben der oben beschriebenen Abkühlung der Abluft zur direkten Aufwärmung der Zuluft gibt es Lüftungsanlagen mit einer Kompressions-Wärmepumpe, wobei die Wärmepumpe als Wärmequelle die Abluft nutzt. Die Wärme der abgekühlten Abluft wird dann, zusammen mit der elektrischen Energie zum Antrieb des Verdichters, zur Erwärmung der Zuluft oder des Trinkwassers verwendet. Diese indirekte Wärmerückgewinnung ist primärenergetisch deutlich uninteressanter als die direkte, da bis zu zehn Mal mehr Strom für die Abkühlung der Abluft benötigt wird als bei der direkten Wärmerückgewinnung.
Bei Altbauten mit veralteter Heizungstechnik werden vereinzelt Wärmepumpen zur Erwärmung von Trinkwasser eingesetzt, die die Abwärme der Heizungstechnik im Heizungskeller als Wärmequelle nutzen. Diese Trinkwasserwärmepumpen sind in Niedrigenergiehäusern nicht mehr sinnvoll zu betreiben, da die Abwärme einer modernen Heizungsanlage bei weitem nicht mehr ausreicht, um die Wärmepumpe zu betreiben.
Bildnachweis: Buderus, Wetzlar
