Pflanzenheizung

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Wärme aus dem Gewächshaus, gespeichert in Salzlake

Nur ein sehr geringer Anteil der Wärmeversorgung in Deutschland wird mit Solarenergie abgedeckt. Das Problem: Die Sonne scheint vor allem im Sommer, eine Heizung aber benötigt man im Winter. Forscher der Technischen Universität Berlin haben jetzt ein System entwickelt, das Wärme unabhängig von der Jahreszeit generieren und speichern können soll: die Pflanzenheizung. Sie benötigt zwar auch Sonne, aber wesentlich weniger als thermische Kollektoren. Das System gewinnt die Wärmeenergie aus dem Wasserdampf eines Gewächshauses und speichert sie über einen längeren Zeitraum in einer Salzlake.

Das Kernstück der Erfindung ist ein schwarzer Füllkörper aus Plastik, der sich in einem Niedrigenergiehaus in Berlin-Dahlem befindet. Er ist 2 m hoch, besitzt ein Volumen von 1 m³ und eine Oberfläche von etwa 80 m². Dieser Absorber ist das Energiezentrum des Hauses und verbindet die übrigen Komponenten der Heizung miteinander. Er ist mit einem Gewächshaus verbunden, in dem Schilf wächst. Hier verdunstet Wasser schon bei niedrigen Temperaturen. Die warme, feuchte Luft wird nun in den Absorber geführt, durch den eine Salzlösung rieselt. Die Forscher nutzen die hygroskopische Eigenschaft der Sole aus, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen. Bei diesem Phasenwechsel, dem Übergang von Wasserdampf zu Wasser, wird Wärme frei und erwärmt die Sole auf bis zu 45°C. Anschließend kann die Wärme zum Heizen direkt in das Gebäude geführt werden.

Überschüssige Wärme kann die warme Salz-Wasser-Lösung in neun Tanks speichern. Sie sind an den Absorber angeschlossen und haben ein Speichervolumen von jeweils 1 m³. Die thermochemische Energiespeicherung über die Sole ist das eigentlich Neue des Systems. Die Salzlake aus relativ billigem Magnesium-Chlorid speichert Energie sehr effizient und verlustarm.

Entwicklung: Technische Universität Berlin, Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen