Japaner planen Stadt aus Plusenergiehäusern
Fujisawa Sustainable Smart Town
Wer heute an Japan denkt, dem fallen sofort Tsunami, Fukushima und Atomkraft ein. Auch wenn die Japaner anders als die Deutschen an der Atomkraft festhalten, könnten sie doch bald weltweiter Vorreiter beim Bau von Plusenergiehäusern werden. Grund dafür ist die sogenannte Smart Town, ein Projekt an dem neun japanische Unternehmen zusammen mit der Stadt Fujisawa arbeiten. Sie planen einen ganzen Stadtteil mit Smart Homes zu bebauen.
In das Projekt investieren die Japaner 60 Milliarden Yen, mehr als 600 Millionen Euro. Die Öko-Stadt Fujisawa Sustainable Smart Town (SST), engl. für nachhaltige und intelligente Stadt, soll 50 km westlich von Tokio entstehen. Baugrund ist ein ehemaliges Werksgelände des projektbeteiligten Elektronikkonzerns Panasonic. Die ersten der geplanten 100 Häuser werden voraussichtlich Anfang April 2014 bezugsfertig sein. Ziel ist es, die CO2-Emissionen der Stadt auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Der Stadtteil soll seine Energie autark und umweltfreundlich erzeugen, speichern und verwalten. So setzen die Japaner auf dezentrale Photovoltaik-Anlagen, Stromspeicherbatteriesysteme und neuartige Stromzähler.
Öko-Vision für Fujisawa
Die Planung sieht organische angeordnete Häuserblocks vor, die Natur und Energiesysteme vereinen. Eine grüne Achse mit Parks und begrünten Hauptstraßen soll sich durch den Ort ziehen. Das Straßensystem richtet sich mit Bildung von „Windgassen“ nach der Windrichtung in Fujisawa. Die Solarmodule werden sich harmonisch in die grüne Landschaft der Stadt einfügen. In jedem Eigenheim ist ausreichend Platz für die Installation von Speicherbatterie- und sonstigen Energiesystemen vorgesehen. Die Speicher dienen u.a. dazu, die Elektrofahrzeuge der Bewohner zu versorgen, die auch gemeinschaftlich genutzt werden sollen.
Wärme und Strom in den Einfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden werden von Solarsystemen, Brennstoffzellen und Wärmepumpen erzeugt, zum Einsatz kommen nur energiesparende Geräte (Klimaanlagen, Beleuchtung, Haushaltgeräte etc.), die über Energiemanager (SEG -Smart Energy Gateway) gesteuert werden. Die energetisch autarken Häuser sind nicht nur umweltschonend, sie bieten den Japanern eine vollkommene Unabhängigkeit von Stromkonzernen. Ein Musterhaus für die Öko-Siedlung, das Eco-Ideas-House, gibt es bereits, es kann in Tokyo bei Panasonic besichtigt werden.
