Zirkulations-Systemvarianten

Objektbezogene Leitungssysteme

Je komplexer Gebäude in ihrer Größe und ihren Funktionsbereichen sind, umso komplizierter und aufwändiger sind die Rohrinstallationen. Aus diesem Grund ist bei der Planung und Ausführung die Einhaltung sämtlicher relevanter Normen, Richtlinien und Rechtsvorschriften sowie der aktuelle und gültige Stand der Technik äußerst wichtig.
Entsprechend den DVGW-Arbeitsblättern W 551 und W 552 sollten zur Vermeidung von Infektionsrisiken durch gebäudeinterne Trinkwassersysteme nachfolgend aufgeführte Planungs- und Installationsfehler vermieden werden:

  • Kurzschlüsse zwischen den Kalt- und Warmwasserleitungen, beispielsweise aufgrund defekter Rückflussverhinderer
  • schlecht arbeitende Zirkulationsanlagen mit abgeschalteten Pumpen oder Schiebern
  • überdimensionierte Rohrleitungen mit zu geringer Durchströmung
  • schlechte Durchströmung der Wärmeerzeugeranlage mit Schichtenbildung
  • nicht abgetrennte Totstrecken von nicht mehr genutzten Teilsträngen
  • zu nahe an der Warmseite verlegte Kaltwasserleitungen mit teilweise fehlenden Isolierungen
  • alte und schlecht gewartete Filter- und Wasserenthärtungsanlagen

Objektspezifische Besonderheiten

Altenheime und Hotels
Die Leitungssysteme werden überwiegend als Steigeleitungen ausgeführt, vielfach verzweigt und versorgen etagenweise mehrere Zapfstellen. Diese Rohrleitungen werden über Verteiler, die im Kellergeschoss montiert werden zu den einzelnen Etagen geführt und über eine Zirkulation zurückgeleitet. Die Anlagen werden zur Gewährleistung des Verbrühungsschutzes innerhalb des Warmwasserbereichs mit Mischwasser von unter 45°C herangefahren. Ferner kommt es innerhalb der Funktionsbereiche zu längeren Standzeiten.

Sport- und Freizeitstätten
Bei den sanitärtechnischen Anlagen innerhalb der Sport- und Freizeitstätten handelt es sich überwiegend um überschaubare Systeme mit einer einfachen Rohrleitungsführung und in der Regel auch überschaubaren Zirkulationsystemen. Für die Funktionsbereiche werden primär Mischwasserzirkulationen vorgesehen, die mehrere Dusch- und Waschräume versorgen. Die Rohrleitungen werden von den Verteilern, die im Kellergeschoss oder auf der gleichen Ebene integriert werden, in die Sanitärräume geführt und entweder vor diesen mit der Zirkulation oder an der letzten Entnahmestelle zusammengeschlossen.

Schwimmbäder
Aus sanitärtechnischer Sicht handelt es sich bei Schwimmbadeinrichtungen um sehr aufwändige Einrichtungen mit teils komplizierten und verwirrenden Rohrleitungsführungen. In der Regel erfolgt die warmwasserseitige Versorgung für mehrere Dusch- und Waschbereiche über Mischwasserzirkulationen. Bei der Sanierung bestehender Anlagen wird wegen des Verbrühschutzes von einer Mischtemperatur unterhalb von 45°C ausgegangen.

Fertigungsbetriebe
Das Kennzeichnende für die sanitärtechnischen Anlagen in Industriebetrieben sind neben vereinzelten Stichleitungssystemen, die Mischwasserzirkulationen, die überwiegend als Ringzirkulationssysteme mehrere Dusch- und Waschräume versorgen. Diese Leitungen werden über Verteiler in der Regel im Kellergeschoss oder auf gleicher Ebene in die einzelnen Sanitärbereiche geführt und entweder vor diesen mit der Zirkulation oder an der letzten Abnahmestelle zusammengeführt.