Turbulente Mischlüftung und Verdrängungslüftung

Funktionsweise und Anwendungsbereich

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen turbulenter Mischlüftung und Verdrängungslüftung. Eine Sonderform der Verdrängungslüftung ist die Quelllüftung, die ausschließlich der Raumkühlung dient.

Turbulente Mischlüftung
Die turbulente Mischlüftung bezeichnet eine Lüftungsform, bei der die in einen Raum eintretende Erstluft mit der höher kontaminierten Raumluft durch Induktion vermischt wird. Sie vermischt die Luft gleichmäßig und bewirkt eine Verdünnung der Partikelkonzentration. Meistens erfolgt sie über Deckendrallauslässe, Induktivauslässe oder Düsen. Über den Verdrängungseffekt werden Wärme- und Stofflasten abgeführt, dabei liegt die Austrittsgeschwindigkeit am Luftauslass bei ca. 3-5 m/s, bei Düsen ca. 8-12 m/s.

Verdrängungslüftung
Bei der Verdrängungs- oder Quelllüftung wird die Zuluft mit möglichst geringer Luftgeschwindigkeit ausgeblasen, um eine schnelle Vermischung mit der Raumluft zu vermeiden. Die Zuluft soll möglichst unvermischt zu den Arbeitsplätzen gelangen, um insbesondere im Industriebereich eine Vermischung mit belasteter Luft durch luftfremde Stoffe zu vermeiden. Idealerweise bilden sich turbulenzarme, gleichmäßige, parallele ("laminare") Luftströme - entweder zwischen Decke und Boden oder zwischen zwei gegenüber liegenden Wänden. Durch die richtige Wahl des Luftführungssystems und der Luftdurchlässe lässt sich die Luftqualität ohne Steigerung des Zuluftvolumenstromes verbessern. Die Lüftungsgeschwindigkeit beträgt im Komfortbereich 0,2 m/s, im Industriebereich 0,4-0,8 m/s.

Im Industriebereich kann nur mit dem Einbau verstellbarer Luftdurchlässe mit der Verdrängungslüftung geheizt werden, was in diesem Bereich grundsätzlich angestrebt werden sollte, da sich dadurch auch die Aufheizzeiten erheblich verkürzen.

Neben dem Luftvolumenstrom ist für die Kühl- bzw. Heizleistung die Temperaturdifferenz zwischen Zu- und Abluft maßgeblich. Im Kühlfall dürfen aus Behaglichkeitsgründen bestimmte Mindesttemperaturen der Zuluft nicht unterschritten werden.

Bezüglich des Energieverbrauchs sind Quellluft- und Mischlüftungssysteme im Komfortbereich etwa gleich. Im Industriebereich sind die Verdrängungs- oder Quelllufsysteme bei hohen Wärmelasten (> 100 W/m²) und insbesondere bei luftfremden Stoffen deutlich wirtschaftlicher.