Luftschalldämpfung
Lüftungsgeräte und Kälteaggregat
Die Schallabstrahlungen der Lüftungsgeräte und Kälteaggregate nach außen sind zu begrenzen. Zulässige Grenzwerte sind abhängig vom Bebauungsgebiet und Umfeld in dem die Anlagen betrieben werden. So sind in Wohngebieten wesentlich höhere Anforderungen an den Schallschutz gestellt, als in Industriegebieten. Auskunft über entsprechende Grenzwerte geben die VDI-Richtlinie 2058, Bl. 1 sowie die zuständigen Kommunen vor Ort.
Umgekehrt gilt es natürlich auch Schall von außen nicht über das Lüftungssystem in das Gebäude eindringen zu lassen, z.B. Verkehrslärm an stark befahrenen Straßen.
Die Schallübertragung zwischen einzelnen Räumen in einem Gebäude soll ebenfalls begrenzt werden, z.B. sollen Gespräche nicht durch das Lüftungssystem im Nachbarraum zu hören sein (Telefonierschalldämpfung).
Werden Klima- und Lüftungsgeräte in geschlossenen Räumen aufgestellt, so müssen umschließende Wände, Decken und Fußböden genügend Schalldämmung besitzen um Luftschallübertragung nach außen zu verhindern.
Zur akustischen Entkoppelung der Luftschallübertragung in Lüftungsanlagen werden Resonanzschalldämpfer, Mineralwolle-Schalldämpfer, Rohrschalldämpfer und Telefonieschalldämpfer verwendet. Je nach Auslegungsart dämpft ein Schalldämpfer bestimmte Frequenzbereiche des Schallspektrums gut, andere hingegen schlechter. Darum ist für jeden Anwendungsfall eine detaillierte Schalldämpferauslegung nötig.
Die Luftauslässe in den belüfteten Räumen eines Gebäudes bedürfen ebenfalls einer akustischen Auslegung. Die hier entstehenden Strömungsgeräusche können nicht mit Schalldämpfern gemindert werden. Richtwerte für den Schalldruckpegel und die Nachhallzeit in Räumen geben die VDI-Richtlinie 2081 und die DIN 4109, Teil 5. So ist z.B. der geforderte Schalldruckpegel in einem Konzertsaal wesentlich anspruchsvoller als in einer Gaststätte.
Akustische Schwingungen, die z.B. ein Ventilator erzeugt, können z.T. von den Kanaloberflächen aufgenommen werden, so dass diese ebenfalls zu schwingen beginnen. Sie übertragen somit den Schall an die Umgebung. Die Verminderung einer solchen Schallabstrahlung ist durch Anbringen von speziellen Isolierungen oder eines schwingungsdämpfenden Belages auf dem Kanal möglich.
Die sich in den Leitungen bewegenden Medien können sich ebenfalls akustisch durch Strömungsgeräusche bemerkbar machen. Die Geräuschentwicklungen sind stark abhängig von der Strömungsgeschwindigkeit und Art des Mediums, von der Oberflächenbeschaffenheit und Einbauten sowie von der Formgebung der Leitungen. Schallentwicklungen dieser Art zu vermeiden, ist Aufgabe des Fachplaners und soll hier nicht weiter erläutert werden.
