Kriterien der Werkstoffauswahl

Korrosion

In Deutschland müssen sämtliche Installationen und wesentliche Änderungen an Trinkwasseranlagen von eingetragenen Installationsbetrieben ausgeführt werden. Bei einer Neuinstallation hat der ausschreibende Planer in Abhängigkeit von der regionalen Wasserqualität zu entscheiden, welcher Werkstoff für die Trinkwasserinstallationen verwendet werden kann.
In der Sanitärinstallation spielt daher das Verhalten von metallischen Werkstoffen gegenüber dem Trinkwasser eine entscheidende Rolle. Eine wichtige Rolle spielt die Wechselwirkung zwischen eingesetztem Werkstoff und Wasser sowie die zu erwartende Korrosionswahrscheinlichkeit. Die DIN 50930-6 stellt sicher, dass die z.Zt. verfügbaren Werkstoffe technisch und ökonomisch optimal unter Berücksichtigung des in der TrinkwV festgelegten Gesundheitsschutzes eingesetzt werden.
Die Auswahl der Werkstoffe für die Anlagenteile ist besonders von der Aggressivität und des Korrosionsverhaltens des örtlichen Trinkwassers abhängig. Die Wässer unterscheiden sich hinsichtlich der nachfolgend aufgeführten Kriterien in:

  1. Hartes Wasser
    Hierbei handelt es sich um korrosionsverhinderndes Wasser mit einen niedrigen Sauerstoff- und Kohlendioxid-Gehalt. Es bildet auf Stahlteilen eine Kalk-Rostschutz-Schicht sowie bei Temperaturen bis max. 60 °C entsprechende Deckschichten.
  2. Weiches Wasser
    Es handelt sich hierbei um ein korrosionsförderndes Wasser, das durch eine niedrige Gesamthärte gekennzeichnet ist. Der Salzgehalt sowie die Chloride, freies Chlor, Sauerstoff, Sulfate und das freie Kohlendioxid verhindern die Bildung der Schutzschichten und greifen zudem auch die ungeeigneten Werkstoffe an.
  3. Fremde Bestandteilchen
Aufgrund der Fremdteilchen wie Rostpartikel, besteht zusätzlich die Gefahr von Lochfraß (Korrosion), der sich auf den Rohr- und Behälterwänden ablagert. Aus diesem Grund sollte in der Nähe des Hausanschlusses unbedingt ein Feinfilter installiert werden.

Um Fehlinterpretationen auszuschließen sollte zusammengefasst beachtet werden:
  • Die DIN 50930-6 behandelt nur die Beeinflussung der Trinkwasserbeschaffenheit. Andere Korrosionserscheinungen, wie örtliche Lochkorrosionen und sonstige Angriffe sind nicht Gegenstand der DIN 50930-6.
  • Die Einhaltung der in der DIN 50930-6 genannten wasserseitigen Anwendungsbereiche gilt als Nachweis, dass die Grenzwerte der TrinkwV nicht überschritten werden.
  • Legierungen, deren Zusammensetzung in der DIN 50930-6 festgelegt sind, können in sämtlichen Trinkwässern in einer vorgegebenen Installation ohne Einschränkung verwendet werden. Eine Überschreitung der Grenzwerte der TrinkwV ist hier nicht zu erwarten.