Entwässerungs-Rinnensysteme
Anforderungen
In sämtlichen Anwendungsfällen, in denen viel Abwasser anfällt und gleichzeitig der Betrieb und Arbeitsablauf nicht gestört werden darf, muss das Abwasser dem Ablauf über Rinnen oder Bodenwannen zugeleitet und entsorgt werden. Hieraus resultiert die Regel, dass die Ablaufstellen mit einem Geruchsverschluss zu versehen sind. Ausnahmen sind nur dort zulässig, wo in Rohrleitungen keine Abwassergase vorhanden sind bzw. nicht entstehen können. Beim Einbau der Abläufe im Freien müssen diese frostfrei angeordnet werden. Die bei den Abläufen geforderte, gut zugängliche Reinigungsöffnung muss durch herausnehmbare Geruchsverschlüsse ermöglicht werden. Ferner ist die DIN 18337, VOB Teil C sowie die DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“ zu beachten.
Auswahlkriterien
Neben den geltenden Normen müssen bei der Planung sowie beim Einbau der Abläufe auch die bauphysikalischen Bedingungen berücksichtigt werden. Aus diesem Grund sind nachfolgend aufgeführte Kriterien von besonderer Bedeutung:
- Abwassermenge
- Abwasserart
- Schmutzbelastung
- Verkehrsbelastung
- Hygienische Anforderungen
- Wärme- und Trittschalldämmung
- Abdichtung durch Dichtungsbahnen
- Abdichtungen durch Bodenbeläge
Die Abläufe, Abdeckungen und Aufsätze müssen so ausgeführt sein, dass diese der möglichen Belastung am Einbauort genügen. Die Bauteile sind dem Einbauort entsprechend ihrer Klassifizierung nach DIN 19599 und DIN 1229 zuzuordnen. Im Zweifelsfall ist stets die höhere Klasse zu wählen.
- Klasse K 3: Bruchlast 300 kg, für Schwimmhallen, Dusch- und Reihenwaschanlagen
- Klasse L 15: Bruchlast 1.500 kg, für Flächen mit leichtem Fahrverkehr ohne Gabelstapler in gewerblich genutzten Räumen
- Klasse M 125: Bruchlast 12.500 kg, für Flächen mit Fahrverkehr, beispielsweise in Werkstätten oder Parkhäusern
Bei einem großen Abwasseranfall mit groben Schmutzteilen, beispielsweise in Großküchen, sind für Kochkessel- und Behälterentleerungen Kastenrinnen und Bodenwannen mit Stichrinnensysteme geeignet.
