Effiziente Zentrallüftungsgeräte
Anforderungen an RLT-Geräte nach DIN EN 13779 und SFP-Energiebewertung
Im Entwurf der europäischen DIN EN 13779, Ausgabe: 05-2005, der als Ersatz für die nationale DIN 1946-2 “Raumlufttechnik; Gesundheitstechnische Anforderungen” gilt, werden im Zusammenhang mit der überarbeiteten VDI 6022 Blatt 1 die Qualitätsanforderungen an raumlufttechnische Anlagen neu definiert sowie neue Anforderungen und Kriterien festgelegt.
Mit der Einführung der neuen DIN werden aber auch Architekten und Betreiber sowie Fachplaner und Anlagenerrichter mit zum Teil veränderten Ausgangssituationen konfrontiert. So muss zukünftig beispielsweise großes Gewicht auf die individuelle Abstimmung zwischen den Beteiligten beigemessen werden. Daraus folgt auch, dass für jedes Projekt die individuellen Anforderungen zu definieren und die gemeinsam vereinbarten Bemessungsgrundlagen zu dokumentieren sind. Der Planer muss seiner Beratungspflicht gegenüber dem Auftraggeber nachkommen, seine Beratung ist im Zweifelsfall nachzuweisen. Die Kenntniss der neuen Normen und Richtlinien ist dabei von entscheidender Bedeutung. Die in der neuen europäischen Richtlinie EPBD (Energy Performance of Buildings Directive) festgeschriebenen Energieeinsparungsziele sind mit Hilfe der Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie den relevanten Normen und Richtlinien umzusetzen.
Daraus folgt, dass für die Gewerke der Raumluft- und Klima/Kältetechnik primär die Vorgaben der DIN EN 13779 gelten, in der u.a. auch die Energiekennzahlen nach der SFP-Klassifikation (Specific Fan Power) eingeführt wurden. Bei dieser Klassifikation handelt es sich um eine europaweit gültige Kenngröße über die Leistungsaufnahme eines Ventilators, bezogen auf das Luftvolumen pro m³/s (W/m³s) und bei dem SFP-Wert um eine Energiekennzahl zur Qualitätsdefinition einer optimierten Raumluft- bzw. Klimaanlage. Die DIN 13779 gibt auch vor, welches Energieeinsparpotenzial eine Reduzierung des Leckluftvolumens der RLT-Geräte, deren Einbaukomponenten, Lüftungskanäle, etc. haben kann und welche Auswirkungen dieses auf die Energiekennzahl (SFP) zur Folge hat. Dieser SFP-Wert kann daher nur durch die Verwendung effizienter Ventilatoren und durch eine Reduzierung der Druckverluste sowie eine Reduzierung der Leckageluftmenge optimiert werden. Die Auslegung von effizient arbeitenden Zentrallüftungsgeräten richtet sich hierbei generell nach der Reduktion der Investitionskosten, der Betriebskosten und der Wartungskosten.
Aus energetischer Sicht fallen hierbei insbesondere die Betriebskosten ins Gewicht. Zur ihrer Reduktion sollten nachfolgende Parameter beachtet werden:
- Ausführung der RLT-Zentralgeräte mit luftdichten und glatten Innenflächen. Gehäusekonstruktion ohne störende Rahmenkanten. Das bewirkt eine erhebliche Reduzierung der Luftleckagen.
- Auswahl niedriger saug- und druckseitiger Luftgeschwindigkeiten im RLT-Zentralgerät sowie reduzierte Durchtritts-Luftgeschwindigkeiten der Einbaukomponenten. Als Resümee können hier niedrigste SFP-Werte, im Regelfall unter 2 kW/(m³/s) sowie eine optimale luftseitige Wärmeübertragung im Kühlregister erreicht werden.
- Antriebsprinzip des freilaufenden Ventilatorrades mit grundsätzlich stufenloser Regelung mittels Frequenzumformer, die auf der Laufradebene gute und gleichmäßige Geschwindigkeitsverteilungen und zudem keine Antriebsriemenverluste aufweisen. Außerdem stellt sich die Anordnung der Wärmeübertrager und sonstiger Einbaukomponenten auf der Druckseite strömungstechnisch günstig dar und es kann auf eine druckseitige Filterstufe (Druckverluste) verzichtet werden. Das Ergebnis ist ein sehr gutes Energieeinsparpotenzial.
- Wärmerückgewinnung mittels Rotationswärmeübertrager verwenden. Als Ergebnis stellen sich hier Wärmerückgewinnungsgrade bis zu 85 % ein. Aufgrund der niedrigen Luftgeschwindigkeiten ergeben sich nach den physikalischen Gesetzen auch niedrige luftseitige Druckverluste und in Folge auch niedrige Ventilator-Antriebsleistungen, d.h. geringere Stromaufnahmen und reduzierte Stromkosten.
- Verwendung einer leistungsstarken und energiesparenden Mess-, Steuer- und Regelungstechnik mit Aufschaltung und Betriebsüberwachung seitens der Gebäudeleittechnik.
