Dämmstoffe

Anforderungen, Eigenschaften und Verwendung

Anforderungen
Sämtliche Dämmstoffe müssen entweder den europäischen Normen (EN) entsprechen oder bauaufsichtlich zugelassen sein. Im Einzelanwendungsfall muss für die Dämmstoffe eine Zulassung durch die oberste Baubehörde erfolgen. Die Funktionen der Dämmstoffe sind von ihrer Struktur und den Eigenschaften der Rohstoffe sowie vom Herstellungsverfahren abhängig.

Eigenschaften und Verwendung
In der DIN EN ISO 10456 ist der Bemessungswert, d.h. die wärmetechnischen Eigenschaften eines Baustoffes definiert. Zur Nachweisführung nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) dürfen nur die Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit verwendet werden, die als Nennwert aus der DIN V 4108-4 ermittelt werden oder aus dem Zertifikat der Übereinstimmung mit den anwendungsbezogenen bauaufsichtlichen Zulassungen (veröffentlicht im Bundesanzeiger) der jeweiligen Hersteller des Dämmstoffes entnommen werden können.

Die wichtigste Funktion eines Dämmstoffes wird durch die Wärmeleitfähigkeit bestimmt, die von den nachfolgend aufgeführten Faktoren beeinflusst wird:

  • Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Rohstoffe
  • Porenstruktur des Dämmstoffes
  • Faserfeinheit- und Faserrichtung
  • Rohdichte
  • Treibmittel
  • Temperaturverhalten
  • Verhalten gegenüber Feuchte und Wasser
Dämmstoffe lassen sich generell in organische und anorganische Dämmstoffe unterteilen. Die organischen Dämmstoffe bestehen aus Kohlenstoffverbindungen, die sowohl in pflanzlichen Stoffen vorkommen als auch aus Mineralöl erzeugt werden. Die anorganischen Dämmstoffe bestehen dagegen aus mineralischen Stoffen. Je nach Struktur können sie in fasrige oder geschäumte Dämmstoffe unterteilt werden. Bei den fasrigen Dämmstoffen bilden die Fasern eine Art Haufwerk, in dem die Luft eingeschlossen ist. Die geschäumten Stoffe bestehen dagegen aus einer festen Matrix, die luft- oder gasgefüllte Poren umschließt.

Die zentralen Anforderungen an Dämmmaterialien für kältetechnische Isolierungen bestehen in einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit in Kombination mit einem hohen Wasserdampfdiffusionswiderstand, in einem normgerechten Brandverhalten sowie in der guten Verarbeitbarkeit. Die Wärmedämmstoffe werden überwiegend als Platten, Matten, Filze oder als Schütt- und Blasgut hergestellt. Zudem werden die Baustoffe mit Glasvlies, Kunststoff- und Metallfolien sowie im Verbund mit mineralischen Wandbaustoffen wie Gipskartonplatten, Betonsteinen oder Ziegeln angeboten.

Organische Dämmstoffe
Die künstlichen organischen Dämmstoffe unterteilen sich in:
  • Expandierter Polystyrol-Hartschaum
  • Extrudierter Polystyrol-Hartschaum
  • Polyurethan-Hartschaum
  • Polyurethan-Ortschaum
Die natürlichen organischen Dämmstoffe unterteilen sich in:
  • Holzwolle
  • Hanf
  • Flachs
  • Zellulose-Einblasdämmstoff
Anorganische Dämmstoffe
Dämmstoffe aus organischen Ausgangsstoffen wie Glaswolle und Steinwolle sowie
Kalziumsilikat erfüllen sowohl bauphysikalische als auch baukonstruktive Anforderungen. Dämmmatten aus Glaswolle werden in den HKLS-Gewerken zur Dämmung von Lüftungs- und Rohrleitungen verwendet. Steinwolle wird überwiegend als elastische Schalldämmung oder als Wärmedämmplatten eingesetzt. Kalziumsilikat wird primär in Wärmedämmverbundsystem oder zum Brandschutz eingesetzt.