Be- und Entlüftungsanlagen
Funktionsweise und Voraussetzungen
Allgemeine Informationen
Lüftungsanlagen ermöglichen einen einstellbaren bzw. geregelten Luftwechsel und unterscheiden sich damit von der freien Lüftung, welche durch Fenster und Gebäudeundichtigkeiten in Abhängigkeit der aktuellen Wind- und Temperaturverhältnisse erfolgt. Die freie Lüftung bietet keine Möglichkeit der Wärmerückgewinnung oder der Luftbehandlung. Bei der mechanischen Lüftung wird für die Luftförderung mindestens ein Ventilator eingesetzt. Der Luftwechsel wird durch die Steuerung des Ventilators oder mit Drosseleinrichtungen kontrolliert. Zudem wird die Luft z. B. mit Filtern gereinigt und ggf. vorgeheizt.
Planungsgrundlagen und bauliche Voraussetzungen
Die wesentliche bauliche Voraussetzung für den Einsatz einer Lüftungsanlage ist eine ausreichend luftdichte Bauweise, da in einem „undichten“ Gebäude durch die unkontrollierten Öffnungen insgesamt ein zu hoher Luftwechsel entstehen würde. Bei Anlagen mit Wärmerückgewinnung würde zu viel Luft am Wärmetauscher vorbeigeführt und die energetische Effizienz dadurch deutlich abnehmen.
In der Praxis wird diese Luftdichtheit eines Gebäudes durch den Blower Door Test nachgewiesen. Im Gebäude wird mittels großer Ventilatoren ein Über- oder Unterdruck mit 50 Pa zum vorherrschenden Luftdruck erzeugt und die dabei einströmende Luftmenge gemessen. Es werden somit auch Windeinflüsse (Windstärke 5) auf das Gebäude simuliert.
Neben der Hauptforderung an die Gebäudedichtheit sind bei der Planung weitere Grundsätze für den Einsatz eines Wohnungslüftungssystems zu beachten:
- Einbau des Wohnungslüftungssystems bereits bei der Gebäudeplanung berücksichtigen
- Einhaltung der DIN 1946 Teil 6, Lüftung von Wohnungen
- Richtige Zuordnung der Zu- und Abluftbereiche sowie die Anordnung der Auslässe beachten, Überströmmöglichkeiten zwischen den Räumen sicherstellen
- Außenluft- und Fortluftöffnungen mit ausreichendem Abstand platzieren (Vermeidung Kurzschluss), Hauptwindrichtung beachten
- Küchenabluft (Dunstabzugshauben) nicht ins System einbinden
- Aufstellung des Lüftungsgerätes wenn möglich in der wärmegedämmten Gebäudehülle
- Bei Mehrfamilienhäusern sollte für jede geschlossene Benutzereinheit ein separates System geplant werden
- Zugänglichkeit der Filter beachten
