U-Wert Wärmedurchgangskoeffizient
Der Wärmedurchgangskoeffizient ist der wichtigste Wert für Wärmedämmgläser und wichtiger Bestandteil für die Nachweise nach der Energieeinsparverordnung (EnEV). Mit der Umstellung auf die europäische Normung wurden auch die Abkürzungen und Indizes für den Wärmedurchgangskoeffizienten verändert: Aus den k-Werten wurden die U-Werte. Der alte kV-Wert existierte als kV-Nennwert der Hersteller und als (ungünstigerer) kV-Wert, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, wobei letzterer für die Berechnung verwendet werden musste. Die alten k-Werte entsprechen jedoch leider nicht genau den neuen U-Werten, da teilweise andere Berechnungsverfahren und Randbedingungen zur Bestimmung der Werte verwendet wurden, d.h. bei Glas gilt leider: U-Wert (neu) ≠ k-Wert (alt). In Zukunft werden die U-Werte auch nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht, sondern stehen in einer Neufassung der DIN V 4108-4.
Zur Zeit kommen die europäische, die neue deutsche aber auch noch die alte deutsche Schreibweise vor und das sowohl für Fenster als auch für die Verglasung und das Rahmenmaterial:
- Fenster
europäisch: Uw (window); deutsch/neu: UF (Fenster); deutsch/alt: kF (Fenster) - Verglasung
europäisch: Ug (glazing); deutsch/neu: UV (Verglasung); deutsch/alt: kV (Verglasung) - Rahmenmaterial
europäisch: Uf (frame); deutsch/neu: UR (Rahmen); deutsch/alt: kR (Rahmen) - Beiwert Randverbund
europäisch: ψg (glazing); deutsch/neu: ψV (Verglasung)
- Die Messung im Prüfstand nach DIN EN 674 (Verglasung), prEN 12412-2 (Rahmen) und DIN EN ISO 12567-1 (Fenster)
- die Berechnung nach DIN EN ISO 10077-1 (Fenster), prEN 10077-2 (Rahmen) und DIN EN 673 (Verglasung). Zur Berechnung des U-Wertes eines Fenster gilt dabei folgende Formel:
Uw = (Ag x Ug + Af x Uf +lg x ψg) / (Ag + Af) mit
Ag, Af = Ansichtsflächen der Verglasung bzw. des Rahmens; l g = sichtbarer Umfang der Scheibe - die Tabellenablesung nach DIN EN ISO 10077-1 / V DIN 4108-4 in Abhängigkeit der U-Werte von Glas und Rahmen. Hierbei werden die Nenn-U-Werte von Glas und Rahmen mit zusätzlichen Beiwerten zu Bemessungswerten U,BW modifiziert, für die "warme Kante" erhält man z.B. einen Bonus von 0,1 W/m²K.
Zur Verwirrung trägt weiter bei, dass es inzwischen schon eine Umstellung in der Berechnung der Ug-Werte erfolgte. Bis zur Veröffentlichung der aktuellen Bauregelliste, die im März 2003 vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) herausgegeben wurde, galt für die Berechnung der Ug-Werte das neue EN-Verfahren, jedoch mit nur 10 K Temperaturdifferenz aus der alten DIN. Jetzt wurde komplett auf das neue EN-Verfahren mit 15 K Temperaturdifferenz umgestellt. Daraus ergeben sich in der Regel ca. 0,1 W/m²K höhere Ug-Werte als im letzen Jahr. Es dürfen auch noch die alten kV-Werte aus dem Bundesanzeiger verwendet werden, wenn diese um 0,2 W/m²K erhöht werden.
Auch für die Weiterverwendung veröffentlichter kR-Werte für Rahmen gibt es eine Regelung. An dieser Stelle soll nur auf die Bemessungswerte des Rahmens Uf,BW hingewiesen werden, wenn nur eine Rahmenmaterialgruppe nach DIN 4108-4 angegeben war:
- Rahmenmaterialgruppe 1: Uf,BW = 2,2 W/m²K
- Rahmenmaterialgruppe 2.1: Uf,BW = 3,0 W/m²K
- Rahmenmaterialgruppe 2.2: Uf,BW = 3,8 W/m²K
- Rahmenmaterialgruppe 2.3: Uf,BW = 7,0 W/m²K
- Rahmenmaterialgruppe 3: Uf,BW = 7,0 W/m²K
Zum Thema
- Fenster
- Wärmegewinne durch Verglasungen
