Teilvorgespanntes Glas (TVG)

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Teilvorgespanntes Glas wird im gleichen Herstellprozess wie Einscheibensicherheitsglas (ESG) hergestellt, jedoch langsamer abgekühlt, und unterscheidet sich so durch ein geringeres Maß der eingeprägten Vorspannung. TVG hat folglich eine geringere Biegefestigkeit als ESG. Das Bruchbild der Scheiben ähnelt dem des Floatglases, seine Temperaturwechselbeständigkeit beträgt rund 100°C. TVG kann nachträglich nicht bearbeitet z.B. geschnitten oder gebohrt werden.

Die Herstellung von TVG ist aus verfahrenstechnischen Gründen nur bis zu einer Stärke von 12 mm zielsicher möglich. Die Mindestbiegefestigkeit wird mit 70 N/mm² angegeben. Das Bruchbild von TVG wird an Scheiben der Abmessungen 360 mm x 1.100 mm ermittelt. Dabei ist die zulässige Gesamtfläche der kleinen Bruchstücke und Inseln begrenzt.

TVG wird normalerweise nur als Verbundsicherheitsglas (VSG) aus 2 x TVG eingesetzt, um bei Bruch der Scheiben ein Resttragverhalten durch eine Verzahnung der Bruchstücke zu erreichen. Große Bruchstücke können sich dabei über den Folienverbund verzahnen. Erfahrungsgemäß muss der Mittelwert der Oberflächendruckspannung bei TVG für Gläser der Dicken 6 mm bis 10 mm zwischen 40 N/mm² und 55 N/mm² und für Gläser der Dicke 12 mm unter 50 N/mm² liegen, um die Anforderungen an das Bruchbild erfüllen zu können.

Zahlreiche gebaute Beispiele in unserer Rubrik Objekte zeugen von den Einsatzmöglichkeiten von TVG; eine kleine Auswahl siehe Objekt(e) zum Thema.