Glasbalken

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Das Gebiet des Konstruktiven Glasbaus umfasst im Grunde eine Vielzahl von möglichen Anwendungen. Bei einer materialgerechten Planung sind Tragkonstruktionen mit gläsernen Stützen, Balken, Schwertern oder Tonnengewölben realisierbar. Eines der ersten Beispiele für die Ausführung einer Glaskonstruktion mit Balkenelementen stellt die Glaspyramide München-Maisach dar. Hier wurde VSG aus ESG mit Lochleibungsverbindungen über Knotenelemente aus Stahl untereinander verbunden.
Eines der bekanntesten Projekte ist die Verbindungsbrücke zwischen zwei Gebäuden in Rotterdam (Architekten: Kraijvanger/Urbis, Ingenieur: Rob Nijsse), bei denen die Glasbalken entsprechend der Momentenlinie geformt wurden.

Auch Glaskonstruktionen mit unterspannten Glasbalken aus VSG aus ESG wurden bereits realisiert. Die Lasteinleitung erfolgt über Lochleibungsverbindungen, bei denen Bolzen nachträglich mit Zweikomponentenmörtel in die Bohrungen eingeklebt wurden. Bei unterspannten Konstruktionen sind die Eigenschaften des verwendeten Zuggliedes im Hinblick auf das Verformungs- und Kriechverhalten von entscheidender Bedeutung.

Für Glasbalken wird oft 3-fach VSG aus einer tragenden ESG-Scheibe sowie zwei weitere Schutzscheiben aus ESG oder TVG verwendet. Die Last wird über Lochleibung oder Kontakt an den Auflagern eingeleitet. Bei Bohrungen hat es sich bewährt, die Bohrungen der Außenscheiben größer zu wählen und der Zwischenraum zu verfüllen, um den planmäßigen Lastabtrag über die ESG-Scheibe sicherzustellen und Maßtoleranzen bei der Produktion des VSG abfangen zu können. Umfangreiche Versuche zum Tragverhalten von Glasbalken wurden an der ETH Zürich von Dr. Hess durchgeführt.

Bildnachweis: Rob Nijsse, Rotterdam (1); Pilkington AG, Essen (2)